Das Mausoleum von Halikarnassos
Kurz erklärt: Das Mausoleum von Halikarnassos im heutigen Bodrum (Türkei) war das rund 45 Meter hohe Grabmal des Herrschers Mausolos, errichtet um 350 v. Chr. Es war so berühmt, dass sich von seinem Namen das Wort „Mausoleum“ ableitet. Mehrere Erdbeben zerstörten es im Mittelalter – heute sind die Fundamente in Bodrum zu besichtigen.
Von der Redaktion reise.de · Zuletzt aktualisiert: Juni 2026
| Schnellfakten: Das Mausoleum von Halikarnassos | Details |
|---|---|
| Kategorie | Antikes Weltwunder |
| Ort / Land | Halikarnassos (heute Bodrum), Türkei |
| Entstehung | um 350 v. Chr. |
| Typ | Monumentales Grabmal (~45 m) |
| Heute besuchbar? | Ruinen/Fundamente in Bodrum besuchbar |
Das Mausoleum von Halikarnassos, das prachtvolle Grabmal des Königs Maussolos, wurde ursprünglich in der antiken Stadt Halikarnassos erbaut und zählte aufgrund seiner überwältigenden Schönheit und seines beeindruckenden Gesamtbildes, den der Bau insbesondere den vielen kostbaren Statuen und kunstvollen Reliefs zu verdanken hatte, zu den sieben Weltwundern der Antike.
Ob der Auftrag zur Errichtung des einzigartigen Grabmals von König Maussolos selbst oder doch von seiner Ehefrau erteilt worden ist, ist bis heute nicht ganz unstrittig. Klar ist jedoch, dass es sich bei dem auf einem 38 mal 32 Meter großen Fundament erbauten Gebäude tatsächlich um ein einzigartiges Bauwerk gehandelt haben muss. Schließlich erlangte es nach seiner Fertigstellung derart große Berühmtheit, dass der Begriff des Mausoleums auch heute noch für eine besonders schöne und große Grabanlage steht – dabei bedeutet das Wort „Maussoleion“, von welchem sich der Begriff ableitet, eigentlich nichts anderes als „dem Maussolos gewidmet“.
Für König Maussolos II., der von 377 bis 353 v. Chr als Kleinkönig und Statthalter über die Stadt Halikarnassos und ein Gebiet an der Westküste der heutigen Türkei herrschte, errichtet, wurde das Mausoleum von Halikarnassos von den griechischen Baumeistern Satyros und Pytheos geplant und erbaut. Errichtet wurde der berühmte Grabbau dabei auf einem mit Marmor verkleideten dreistufigen Sockel aus Vulkangestein und verfügte über drei weitere, besonders imposante Gebäudeteile:
Neben dem tragenden und mit vielen Rundplastiken verzierten Sockel bestand das Mausoleum nämlich auch aus einer Säulenhalle mit insgesamt 36 Säulen, einem Dach in Pyramidenform und außerdem einer das insgesamt 36 Meter hohe Gebäude krönenden Quadriga. Besonders prächtig war die Säulenhalle des Grabmals dabei mit vielen überlebensgroßen Götterfiguren geschmückt, während das Dach des Gebäudes von einer 24-stufigen Pyramide gebildet wurde. Die Stufen der Pyramide standen dabei für die Regierungsjahre des Königs.
Doch wie konnte es ein Statthalter und Kleinkönig zu einem so gewaltigen und einmaligen Grabmal bringen? Grund hierfür dürften neben den vielen Freiheiten, die der Großkönig seinem Statthalter Maussolos II. gewährte, wohl auch dessen Verhandlungsgeschick sowie sein großer Einflussbereich gewesen sein. Dank Einfluss und vieler guter Kontakte gelang es Maussolos während seiner Regierungszeit nämlich, ein beachtliches Vermögen zu erwirtschaften. Dies wiederum ermöglichte es dem Kleinkönig, bereits zu Lebzeiten den Bau seines prächtigen Mausoleums nach griechischem Vorbild in Auftrag zu geben. Als Maussolos im Jahre 353 v. Chr. schließlich verstarb, war es seine Frau Artemisia II, – die gleichzeitig übrigens auch seine Schwester war – die den Bau des Mausoleums im Sinne ihres Mannes weiterführte.
Obwohl einige – romantische – Quellen davon ausgehen, dass es Artemisia war, die das Mausoleum ihres Mannes in Auftrag gab und die Schönheit des Bauwerks der unendlichen Liebe zu ihrem Mann und Bruder geschuldet war, ist diese Theorie jedoch eher unwahrscheinlich. Schließlich überlebte Artemisia ihren Mann nur um 2 Jahre und hätte in dieser kurzen Zeit wohl nicht genügend dazu Zeit gehabt, den einmaligen Bau zu planen und fertigstellen zu lassen.
Das Mausoleum von Halikarnassos heute
Bis ins 12. Jahrhundert stand das beeindruckende Mausoleum von Halikarnassos unversehrt – wurde dann aber durch mehrere Erdbeben schwer beschädigt. Sein Fundament allerdings blieb auch über den Rest des Mittelalters hinweg erhalten und wurde erst im 15. und 16. Jahrhundert von den Rittern, die Baumaterial für ihre Festungen benötigten, vollständig abgetragen.
Dort, wo sich einst die antike Stadt Halikarnassos befand, liegt heute der bekannte türkische Touristenort Bodrum. Dennoch sind dort aber auch heute noch einige Reste des einstigen Weltwunders zu sehen: Sowohl Reste der in rund acht Metern Tiefe gelegenen Grabkammer sowie weitere begehbaren Überbleibsel des Bauwerks, die unter anderem ein Kanalisationssystems sowie Reste von Reliefs und Baumaterialien umfassen, sind heute noch vorhanden.
Das Mausoleum von Halikarnassos – die Anreise
Das antike Halikarnassos liegt im beliebten Reiseziel Türkei. Die Überreste des berühmten Mausoleums von Halikarnassos wiederum finden sich in dem beliebten Touristenort Bodrum. Dementsprechend leicht fällt es allerdings auch, die Überbleibsel des einstigen antiken Weltwunders zu besuchen:
Aus allen Teilen der Welt ist Bodrums internationaler Flughafen Bodrum-Milas leicht zu erreichen. Und auch eine Anreise über die etwas weiter entfernt liegenden Städte Izmir und Dalaman, die ebenfalls an den internationalen Flugverkehr angebunden sind, ist unkompliziert möglich.
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Von dem Weltwunder der Antike sind heute nur noch wenige Überreste zu besichtigen. Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Besuch des ehemaligen Halikarnassos für Historiker und Geschichtsinteressierte aufgrund der vielen Hinterlassenschaften unterschiedlichster Kulturen. Gönnen Sie sich einen wunderschönen Urlaub in Bodrum voller Kultur, Natur und wunderschönen Stränden!
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Das Grabmal, das einem Begriff seinen Namen gab
Das Mausoleum von Halikarnassos im heutigen Bodrum war das monumentale Grabmal des persischen Statthalters Maussolos, das seine Witwe und Schwester Artemisia II. ihm im 4. Jahrhundert v. Chr. errichten ließ. So außergewöhnlich prachtvoll fiel der Bau aus, dass sein Name zum Gattungsbegriff wurde: Bis heute bezeichnet das Wort „Mausoleum“ ein besonders aufwendiges Grabmal. Mit einer Höhe von rund 45 Metern vereinte das Bauwerk griechische, ägyptische und kleinasiatische Stilelemente. Auf einem hohen, von zahlreichen Säulen umkränzten Sockel erhob sich eine Stufenpyramide, gekrönt von einer Quadriga – einem von vier Pferden gezogenen Streitwagen aus Marmor. Berühmte Bildhauer ihrer Zeit schmückten das Grabmal mit kunstvollen Friesen und Statuen.
Vom Erdbeben zur Kreuzritterburg
Über viele Jahrhunderte überdauerte das Mausoleum, ehe es zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert durch eine Reihe von Erdbeben schwer beschädigt wurde. Den endgültigen Niedergang besiegelten die Ritter des Johanniterordens, die die behauenen Steine als Baumaterial für ihre mächtige Festung St. Peter – die heutige Burg von Bodrum – verwendeten. Einige der eindrucksvollsten Reliefplatten und Statuenfragmente gelangten später ins Britische Museum nach London. Vom Mausoleum selbst sind heute nur noch die Fundamente und einzelne Bauteile an der ursprünglichen Stelle zu sehen, die sich als kleine archäologische Stätte besichtigen lässt. Ein Besuch verbindet sich ideal mit der Burg von Bodrum, in der ein sehenswertes Museum für Unterwasserarchäologie untergebracht ist – und natürlich mit dem mediterranen Flair des beliebten Ferienorts an der türkischen Ägäis.
Bodrum: vom antiken Halikarnassos zum Ferienort
Wo einst das antike Halikarnassos lag, erstreckt sich heute Bodrum, einer der beliebtesten Ferienorte der türkischen Ägäisküste. Die Stadt verbindet ihr historisches Erbe mit mediterranem Lebensgefühl: Rund um den malerischen Jachthafen reihen sich Cafés, Restaurants und Boutiquen, und das Nachtleben gilt als eines der lebhaftesten der Region. Wahrzeichen ist die mächtige Burg St. Peter, die einst aus den Steinen des zerstörten Mausoleums errichtet wurde und heute ein bemerkenswertes Museum für Unterwasserarchäologie beherbergt. Von Bodrum aus starten zudem traditionelle Holzboote, sogenannte Gulets, zu mehrtägigen „Blauen Reisen“ entlang der zerklüfteten Küste mit ihren einsamen Buchten. Wer Geschichte und Strandurlaub verbinden möchte, kann den Besuch des Mausoleums hervorragend mit Ausflügen zu weiteren Höhepunkten der Westtürkei kombinieren – etwa zur antiken Stadt Ephesos oder zu den weißen Kalksinterterrassen von Pamukkale, die beide in erreichbarer Entfernung liegen.
Häufige Fragen zum Mausoleum von Halikarnassos
Wo stand das Mausoleum von Halikarnassos?
Was war das Mausoleum?
Ist davon noch etwas erhalten?
Was kann ich in Bodrum noch besichtigen?
Wann ist die beste Reisezeit für Bodrum?
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