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Die Hängenden Gärten der Semiramis

Kurz erklärt: Die Hängenden Gärten der Semiramis sollen eine prächtige, terrassenförmig angelegte Gartenanlage im antiken Babylon (heute Irak) gewesen sein, traditionell um 600 v. Chr. datiert. Sie sind das einzige der sieben Weltwunder, dessen Existenz und genauer Standort bis heute nicht gesichert sind – archäologische Beweise fehlen.

Von der Redaktion reise.de · Zuletzt aktualisiert: Juni 2026

Schnellfakten: Die Hängenden Gärten der SemiramisDetails
KategorieAntikes Weltwunder
Ort / LandBabylon (bei Hilla, Irak)
Entstehungtraditionell um 600 v. Chr.
TypTerrassierte Gartenanlage
Heute besuchbar?Nein – Existenz und Standort bis heute ungesichert
Semiramis Briefmarke

So sollen sie damals ausgesehen haben. Zumindest werden sie heute so abgestempelt.

Die Hängenden Gärten der Semiramis werden oft auch als die Hängenden Gärten von Babylon bezeichnet und sind vielleicht das geheimnisvollste der sieben Weltwunder der Antike. Obwohl einige Wissenschaftler bezweifeln, dass sie je existiert haben, belegen Berichte aus verschiedenen Epochen, dass es sich bei den Hängenden Gärten um eine beeindruckend aufwendige Gartenanlage und damit quasi um den ersten botanischen Garten der Welt im antiken Babylon gehandelt habe.

Allerdings stammen die schriftlichen Auszeichnungen und Beschreibungen der Gärten, die auf Werke bis aus dem Jahre 400 v. Chr. zurückgehen, allesamt von Schreibern, die die hängenden Gärten selbst nie erblickt haben. Entsprechend können die schriftlichen Quellen nur eine ungefähre Vorstellung des antiken Weltwunders vermitteln – dennoch stimmen die Darstellungen aber in einem Punkt überein: Bei den Hängenden Gärten im heutigen Irak muss es sich um eine wahrhaft einzigartige und eindrucksvolle Anlage gehandelt haben, an deren Anblick sich ihr Betrachter wohl immer erinnern würde.

Antiken Schriften zufolge soll es sich bei den Hängenden Gärten um eine eindrucksvolle, auf Terrassen arrangierte Gartenanlage gehandelt haben, die neben oder auf dem Palast der Hauptstadt Babyloniens und auf einer quadratischen Fläche mit einer Seitenlänge von etwa 120 Metern angelegt war. Die Bezeichnung „hängende Gärten“ beruht allerdings heutigen Erkenntnissen zufolge auf einem Übersetzungsfehler: Statt als „hängend“ wurden die Gärten in einer der wichtigsten Städte des Altertums nämlich bereits in den griechischen Originalschriften als „Dachgarten auf Terrassen“ bezeichnet.

Und auch von Königin Semiramis von Babylonien – der das Weltwunder seinen Beinamen verdankt – wurde die Gartenanlage aller Wahrscheinlichkeit nach nicht errichtet. Vielmehr geht die Wissenschaft heute davon aus, dass der Bau der Gärten erst etwa 200 Jahre nach ihrer Regierungszeit von Nebukadnezar II., der von 605 bis 562 v. Chr. neubabylonischer König war, angeordnet wurde. Überlieferungen zufolge sollen die Gärten von Nebukadnezar II. erbaut worden sein, um seiner Frau Amyitis ein Stück der grünen Landschaft ihrer persischen Heimat in die wüstenähnliche Region Babylons zurückzubringen.

Obwohl Unklarheit darüber herrscht, wann die Stadt Babylon endgültig verlassen wurde und zu welchem Zeitpunkt ihr „Untergang“ genau zu verorten ist, ist eines dennoch klar: Die Stadt Babylon und damit auch die sagenhaften Hängenden Gärten gibt es heute nicht mehr. Belege dafür, dass es sich bei den beeindruckenden Gärten der Stadt nicht nur um eine Legende, sondern – wie übrigens auch bei der einstigen Stadtmauer Babylons – um ein einstmals tatsächlich existierendes Wunder der Antike gehandelt hat, gibt es aber dennoch:

Dem deutschen Archäologen Robert Koldewey gelang es bei Ausgrabungen in der Zeit von 1899 bis 1917, unter anderem das prächtige Ischtar Tor, die Grundmauern des weltberühmten Turms von Babylon sowie Überreste zweier babylonischer Paläste zu bergen. Bei einem der Paläste wurden während der Ausgrabungen neben verschiedenen Brunnenanlagen auch ungewöhnliche Tonscherben gefunden, deren Herstellungsmaterial zu dieser Zeit für Gefäße in einem Garten, nicht aber für Gegenstände in einem Palast verwendet wurde. Obwohl der gefundene Palast nicht die von den antiken Schreibern festgehaltenen Maße aufwies, gehen viele Wissenschaftler daher davon aus, dass Koldewey tatsächlich die Überreste der sagenhaften Hängenden Gärten von Babylon entdeckt hatte.

Die Hängenden Gärten der Semiramis heute

Weltwunder Semiramis Pergamon

Im Pergamonmuseum in Berlin steht das wiederentdeckte Ischtar Tor.

Der vielleicht erste botanische Garten der Welt, die Hängenden Gärten von Babylon, ist heute an seinem Originalstandort leider nicht mehr vorhanden. Allerdings lässt es sich der sagenhaften Geschichte Babylons dennoch ganz nah sein:So lässt sich nämlich das prächtige und ebenfalls von Robert Koldewey wiederentdeckte Ischtar Tor gemeinsam mit Teilen der dazugehörigen Prachtstraße Babylons heute im Pergamonmuseum in Berlin bewundern. Gemeinsam mit vielen weiteren beeindruckenden Artefakten der Antike sind hier das sorgsam mit Hilfe von Originalfunden aus dem Irak rekonstruierte Tor sowie Teile der dazugehörigen Prozessionsstraße ausgestellt.

Die Ruinen der Stadt Babylon selbst, die mittlerweile mit einigen neuen Nachbauten antiker Monumente versehen worden sind, können theoretisch außerdem in der Stadt Hilla im heutigen Irak besichtigt werden.

Die Hängenden Gärten der Semiramis – die Anreise

Die teilweise durch neue Rekonstruktionen antiker Gebäude erweiterten Ruinen Babylons können prinzipiell Nahe der irakischen Stadt Hilla, etwa 100 Kilometer südlich von Bagdad, besucht werden. Eine Anreise ist dabei über die irakische Hauptstadt Bagdad, deren Flughafen insbesondere über Wien mehrmals wöchentlich angeflogen wird, möglich.Zu bedenken ist dabei jedoch, dass eine Reise in den Irak auch heute noch keinesfalls unproblematisch ist. So galt beispielsweise die als „Route Irish“ bekannte Hauptstraße, die den Flughafen mit Bagdads Innenstadt verbindet, jahrelang als einer der gefährlichsten Straßen der Welt. Und auch aktuell warnt das Auswärtige Amt aufgrund der politischen Lage und terroristischer Aktivitäten ausdrücklich vor Reisen in den Irak.

Weitere Sehenswürdigkeiten rund um die Hängenden Gärten der Semiramis

Borsippa Irak

Die Ruinen von Borsippa im Irak sollte man derzeit besser nicht besichtigen.

Neben den Ruinen Babylons finden sich nahe der Stadt Hilla in der irakischen Provinz Babil auch die Ruinen der Städte Borsippa und Kiš. Außerdem soll sich auch das Grab des jüdischen Propheten Ezechiel ganz in der Nähe Hillas befinden. Wie bereits erwähnt, ist von einer Reise in das Gebiet aktuell jedoch leider abzuraten.

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Das rätselhafteste der sieben Weltwunder

Die Hängenden Gärten der Semiramis nehmen unter den sieben Weltwundern der Antike eine Sonderstellung ein: Sie sind das einzige, dessen Existenz bis heute nicht zweifelsfrei belegt ist. Antike Autoren wie Diodor, Strabon und der babylonische Priester Berossos beschrieben eine prachtvolle, terrassenförmig angelegte Gartenanlage, in der Bäume und Pflanzen aus aller Welt wuchsen und die wie schwebend über der Stadt zu liegen schien. Der Überlieferung nach soll der babylonische König Nebukadnezar II. die Gärten im 6. Jahrhundert v. Chr. für seine Gemahlin Amytis angelegt haben, die sich nach den grünen Bergen ihrer medischen Heimat sehnte. Die Bewässerung der hochgelegenen Terrassen mitten in der Wüste gilt dabei als technische Meisterleistung, deren genaue Funktionsweise bis heute Rätsel aufgibt.

Spurensuche zwischen Babylon und Ninive

Das Besondere und zugleich Frustrierende an diesem Weltwunder ist, dass bislang keine eindeutigen archäologischen Überreste gefunden wurden, die sich den Gärten sicher zuordnen lassen. Manche Forscher halten die Anlage deshalb für eine literarische Legende. Andere, allen voran die britische Wissenschaftlerin Stephanie Dalley, vermuten die Gärten gar nicht in Babylon, sondern im assyrischen Ninive nahe dem heutigen Mossul, wo aufwendige Wasserbauten nachgewiesen sind. Die Ruinen des antiken Babylon im heutigen Irak, südlich von Bagdad, zählen heute zum UNESCO-Welterbe und wurden in Teilen rekonstruiert. Eine Reise dorthin ist allerdings nur eingeschränkt und unter Beachtung der aktuellen Sicherheitslage möglich. So bleiben die Hängenden Gärten vor allem eines: ein faszinierendes Sinnbild für die Sehnsucht des Menschen, selbst der Wüste ein blühendes Paradies abzutrotzen.

Wer war Semiramis?

Der Beiname „Gärten der Semiramis“ verweist auf eine der schillerndsten Gestalten der altorientalischen Überlieferung. Semiramis gilt als legendäre Königin, hinter der vermutlich die historische assyrische Herrscherin Schammuramat steht, die um 800 v. Chr. nach dem Tod ihres Gemahls für ihren noch minderjährigen Sohn die Regentschaft führte – für eine Frau jener Zeit ein höchst ungewöhnlicher Aufstieg. Um ihre Person rankten sich schon in der Antike zahlreiche Sagen: Sie soll Babylon gegründet, gewaltige Bauwerke errichtet und Feldzüge bis nach Indien geführt haben. Tatsächlich entstand die Anlage der Hängenden Gärten der Überlieferung nach jedoch erst rund zwei Jahrhunderte später unter König Nebukadnezar II. Dass sie dennoch Semiramis zugeschrieben wurden, zeigt, wie sehr ihr Name im kulturellen Gedächtnis zum Inbegriff königlicher Pracht und Schöpferkraft geworden war. So verbindet sich in diesem Weltwunder historische Wirklichkeit untrennbar mit Mythos und Legende – ein Grund mehr, warum die Hängenden Gärten bis heute die Fantasie beflügeln.

Häufige Fragen zu den Hängenden Gärten der Semiramis

Wo lagen die Hängenden Gärten?

Sie werden dem antiken Babylon im heutigen Irak zugeschrieben, südlich von Bagdad nahe der Stadt Hilla.

Was waren die Hängenden Gärten?

Eine legendäre, terrassenförmig angelegte Gartenanlage – das einzige der sieben Weltwunder, dessen Existenz und genauer Standort bis heute umstritten sind.

Gibt es archäologische Reste?

Eindeutige Überreste wurden nie gefunden. Manche Forscher vermuten die Gärten sogar im assyrischen Ninive statt in Babylon.

Kann man Babylon heute besuchen?

Die teils rekonstruierten Ruinen von Babylon zählen zum UNESCO-Welterbe, doch für den Irak gelten je nach Region Reisewarnungen.

Worauf sollte ich bei einer Reise achten?

Informiere dich vorab gründlich über die aktuelle Sicherheitslage und Einreisebestimmungen – Hinweise dazu im Reisepass-Ratgeber.

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