AIDAmira verpatzt Jungfernfahrt

Dienstag, 3. Dezember 2019

Nachdem die Mittelmeer Kreuzfahrt der AIDAmira wegen zahlreicher Mängel in letzter Sekunde abgesagt werden musste, findet auch die Überführungsfahrt nach Südafrika nicht statt. Eine millionenschwere Panne.

Aida Kreuzfahrtschiff

Auch die zweite Kreuzfahrt der AIDAmira muss abgesagt werden. (Symbolbild)

Kreuzfahrten mit der AIDAmira kurzfristig abgesagt

Die AIDAmira, das neueste Kreuzfahrtschiff der Rostocker Reederei AIDA Cruises, war gerade im Begriff eine viertägige Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer anzutreten, als der Kapitän per Lautsprecherdurchsage mitteilte, dass man nicht auslaufen könne. Nachdem das Schiff vergangenen Samstag im Hafen von Palma de Mallorca getauft worden war, stellte man fest, machten zahlreiche, teils gravierende Mängel an Bord die Kreuzfahrtpläne zunichte.

Nachdem die Jungfernfahrt abgesagt worden war und verständnislose wie wütende Passagiere zurückließ, wurde heute bekanntgegeben, dass auch die Überführungsfahrt nach Südafrika – wo die AIDAmira später eingesetzt werden soll – ebenfalls nicht stattfinden kann. Zumindest nicht mit Passagieren, die wegen des Ausfalls die Kosten für Kreuzfahrt und Flüge erstattet bekommen sollen. Stattdessen soll eine Techniker-Crew mit dem Schiff Richtung Kapstadt aufbrechen und die Mängel beheben.

Die nicht mehr ganz so junge AIDAmira wurde bereits 1999 gebaut und befand sich seitdem im Dienst mehrere Reedereien. Zunächst wurde sie auf den Namen „Mistral“ getauft und war im Dienst von Festival Cruises unterwegs, bevor sie als „Costa neoRiviera“ unter der Flagge von Costa Crociere über die Meere schipperte. Schließlich wurde das Kreuzfahrtschiff für rund 50 Millionen Euro AIDA tauglich gemacht – dachte man zumindest.

Denn die AIDAmira gleicht eher einer Großbaustelle denn einem luxuriösen Meeresdampfer. So fehlt es an Mobiliar, einige Kabinen sind überschwemmt, wohingegen andere Kabinen gar kein Wasser haben. Im Pool müssen Fliesen ausgetauscht werden, die Minibars sind teils verdreckt und auch die Warmwasserversorgung ist nicht richtig eingestellt, sodass an allen Ecken und Enden des Schiffes nachgebessert werden muss. Auch von Rohrbrüchen ist die Rede.

Rückblickend zeigt sich, dass die vierwöchige Umbauphase zu kurz war. AIDA gibt zudem an, dass starke Regenfälle die Arbeiten vor allem an Deck erschwert hätten. Rund 700 Passagiere sollen aufgrund der Panne ihre Reise nicht antreten können bzw. sollen individuelle Entschädigungsleistungen erhalten, darunter alternative Reisen, wie z. B. Karibik Kreuzfahrten oder eine Orient Kreuzfahrt.

Geführte Touren an Bord der AIDA