Australien: Uluru-Verbot löst Massentourismus aus

Donnerstag, 18. Juli 2019

Endlich reagierte die australische Regierung auf die Bitten der Aborigines. Der Uluru darf künftig nicht mehr bestiegen werden. Doch genau jenes Verbot löste einen Massenansturm aus.

Australien Ayers Rock

Der rund 350 Meter hohe Uluru im Süden des Northern Territory in Australien lockt fernab jedweder Zivilisation jährlich Tausende von Touristen an. Den Ureinwohnern Australiens, den Aborigines, ist das schon lange ein Dorn im Auge. Für sie ist der Berg heilig und deshalb verlangten sie jahrelang, dass er für Touristen gesperrt wird. Bald wird es soweit sein.

Schon im Jahr 2017, als das Verbot bekanntgegeben wurde, erklärte Sammy Wilson, Vorsitzender des Stammes der Anangu, dass dies für seine Leute heiliges Gelände sei. Es sei kein Spielplatz und auch kein Themenpark wie Disneyland.

Touristen strömen in Massen auf den Berg

Das australische Naturwunder hat seinen Reiz auf die Touristen durch diese Aussage aber offenbar nicht verloren. Stattdessen scheint es, als würden möglichst viele die Chance noch nutzen wollen, den Uluru zu besteigen. Der australische Journalist Rohan Barwick veröffentlichte auf Twitter ein Foto, das zeigt, wie die Menschen Anfang Juli Schlange stehen. Erinnerungen an den Mount Everest werden wach. Unterdessen berichtet BBC davon, dass die Campingplätze in der Nähe des Uluru aus allen Nähten platzen würden.

Tatsächlich scheinen die Zahlen zu belegen, was das Foto andeutet. Laut einem Sprecher von Parks Australia stieg die Zahl der Besucher im Jahr 2018 auf über 395.000 an. Das bedeutet eine Zunahme von 20 Prozent, wenngleich Parks Australia erklärt, dass lediglich rund 13 Prozent der Besucher den Berg besteigen. Für die Aborigines immer noch zu viele Leute.

Ab dem 26. Oktober 2019 tritt das Verbot für den Uluru in Kraft.