Automiete bei Langzeiturlaub: Autos abonnieren statt mieten

Mittwoch, 18. März 2020

Mobilität im Urlaub ist für jeden ein Thema. Je nach gewählter Reiseroute, nach Präferenzen und Geldbeutel variieren die Fortbewegungsmittel. Dabei hat sich das Mobilitätsangebot um einen interessanten Aspekt erweitert. Wer will, abonniert ein Auto! Was dahintersteckt erklärt dieser Beitrag.

Blauer BMW

Stets mit einem schicken Wagen jungen Baujahrs unterwegs – mit dem Auto-Abo ist das üblich.

Was ist ein Auto-Abo?

Bei einem Auto-Abonnement zahlen Nutzer einen monatlichen Beitrag und kümmern sich ansonsten nur noch ums Tanken und die Autowäsche. Während der Mietdauer sind alle anderen Kosten inklusive. Die Mietdauer erstreckt sich zunächst auf einen Mindestzeitraum, der zwischen einem und 24 Monaten liegt. Danach verlängert sich das Abo um jeweils einen weiteren Monat, wenn es nicht gekündigt wird.

Wie teuer ist ein Auto-Abo?

Die Kosten hängen vom Fahrzeug sowie den weiteren Nutzungsvereinbarungen ab. Kunden können beispielsweise einen Kleinwagen ab etwa 200 Euro pro Monat abonnieren, die meisten Verträge liegen zwischen 250 Euro und 500 Euro monatlich. Es gibt auch Angebote, die knapp 1.000 Euro pro Monat kosten. Für einen Langzeiturlaub ist ein Auto-Abo eine echte Alternative zum Mietwagen, der Vergleich lohnt sich mit Blick auf die monatlichen Kosten unbedingt.

Welche Kosten sind im Preis inbegriffen?

In den Kosten sind sämtliche Fixkosten inkludiert. Inspektion, Wartung, Reparatur, Steuern und Versicherung werden über den Monatsbeitrag abgedeckt. Wie eingangs erwähnt müssen Nutzer das Fahrzeug pflegen und natürlich den Sprit bezahlen.

Welche Modelle sind buchbar?

Was nützt das beste Auto, wenn es nur im eigenen Land bewegt werden darf? Doch um diesen Punkt müssen sich Nutzer keine Sorgen machen. Steht zum Beispiel eine Städtetreise nach Frankreich an, sollte das kein Problem darstellen. Ein Blick in die Vereinbarungen hilft weiter. Dort steht in der Regel explizit drin, in welchen Ländern ein Abo-Fahrzeug gefahren werden darf. EU-Mitgliedstaaten gehören bei vielen Anbietern dazu.

Tipp: Wer außerhalb der vertraglich festgelegten Länder mit dem Auto fahren will, nimmt Kontakt zum Abo-Anbieter und klärt die Frage im Einzelfall.

Diese Modelle sind buchbar

Das Modellangebot ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. So bietet zum Beispiel das Autoabo von Finn Fahrzeuge von BMW, Renault, Range Rover und Opel an. Wer mag, kann zum Beispiel eines dieser Fahrzeuge buchen:

  • Opel Corsa
  • Opel Crossland X
  • Renault Zoe
  • Opel Astra
  • Opel Grandland X
  • BMW 2er active Tourer
  • BMW 1er 5-Türer
  • Opel Zafira Life
  • Opel Insignia ST
  • BMW 2er Gran Tourer oder Coupé
  • Range Rover Evoque
  • Range Rover Velar
  • BMW X5

Die Reihenfolge der aufgezählten Modelle ist nach Preis sortiert und liegt zwischen 279 Euro und 1.069 Euro (Stand 17.03.20). Die Angebotspalette kann sich ändern, so dass ein aktueller Check der Anbieterseite angebracht ist.

Bieten Hersteller ebenfalls ein Auto-Abo an?

Ja, auch Hersteller haben das Abo-Modell für sich entdeckt. Allerdings wird in einer Reportage von WISO zum Thema Auto-Abo festgestellt, dass sämtliche Angebote einzelner Hersteller teurer sind, als ein vergleichbares Modell über einen spezialisierten Abo-Anbieter. Professor Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen erläutert, dass Hersteller die Erfahrung gemacht haben, dass Kunden, die einmal das Abo-Modell gebucht haben, nicht mehr zurück zum eigenen Fahrzeug wollen. Ein Auto nutzen und nicht mehr zu besitzen ist der neue Trend in unserer stetig flexibler werdenden Zeit. Professor Dudenhöffer erklärt, für wen sich das Abo-Modell rechnet.

Der Autoverrückte

Wer Autos liebt und gerne verschiedene Marken und Modelle ausprobieren will, fühlt sich beim Auto-Abo wohl. Je nach Hersteller und Laufzeit wird es möglich, in wenigen Jahren mehrere verschiedene Automodelle zu fahren. Je öfter das Auto gewechselt wird, desto attraktiver ist die Abo-Variante.

Der Statussymbol-Freund

Für Verfechter von Statussymbolen, die Wert auf einen sehr guten ersten Eindruck legen, ist das Auto-Abo perfekt. Hochwertige Marken und Modelle sind hier an der Tagesordnung und recht kurzfristig verfügbar. Wenn es aus beruflichen oder persönlichen Gründen unverzichtbar ist, stets mit einem sehr jungen Fahrzeugmodell zu fahren, stellt das Auto-Abo einen flexiblen Rahmen dar.

Autofahrer Sonnenbrille

Junge Fahrer gehören zu den Hauptnutzern des Auto-Abos. Aber auch für etablierte Fahrer bietet sich das Modell an, zum Beispiel als Übergang bis zur Lieferung des neuen Autos.

Der junge Fahrer

Fahrer mit schlechter Schadenfreiheitsrabattklasse sind als Abonnenten ebenfalls häufig. Sie zahlen deutlich weniger im Abo, als wenn sie selbst ein vergleichbares Auto kaufen, finanzieren oder leasen. Die Experten von ZDF-WISO haben anhand eines konkreten Beispiels dargestellt, wie sich die unterschiedlichen Varianten zueinander verhalten.

Der WISO-Beispielfall: Ein Fahranfänger möchte einen Opel Corsa anschaffen. Die Rahmenbedingungen lauten Laufzeit drei Jahre, Kilometerleistung 45.000. Auf dieser Basis stellen sich die Kosten wie folgt dar:

  • Barkauf 290 Euro pro Monat
  • Leasing 296 Euro pro Monat
  • Finanzierung 305 Euro pro Monat
  • Auto-Abo 259 Euro pro Monat

Das Auto-Abo ist also im Vergleich aller Gesamtkosten die günstigste Variante. Die Differenz beträgt monatlich zwischen 31 und 46 Euro, was bei einer Laufzeit von 3 Jahren (= 36 Monate) unterm Strich einen Preisvorteil von 1.116 bis 1.656 Euro ergibt.

Auto-Abo ist so ähnlich wie Leasing – aber vorteilhafter!

Im Vergleich zum sehr ähnlich konzipierten Leasing schneiden die Langzeitbieter finanziell und von der Handhabung her besser ab. Warum ist das so?

  • Die Vertragslaufzeiten sind wesentlich flexibler und liegen zwischen 1 und 24 Monaten. Beim Leasing sind es 2 bis 5 Jahre.
  • Im Rahmen des Abo-Autos müssen Kunden lediglich tanken und das Auto pflegen, beim Leasing müssen sie abhängig vom Einzelfall Kosten für Inspektionen, Reparaturen und Reifenwechsel übernehmen und die Inspektionsintervalle zudem selbst verantworten.
  • Bei der Langzeitmiete liegt der Fokus auf der Flexibilität, beim Leasing wird eine entsprechende Langzeitbindung festgeschrieben.
  • Die Kosten beim Auto-Abo addieren sich aus Miete plus Spritkosten. Beim Leasing kommen Leasingrate, Sonderzahlung zuzüglich sämtlicher Gebrauchs- und Fixkosten zusammen. Bei der Abgabe des Fahrzeugs kann außerdem eine erhebliche Restwertdifferenz gefordert werden.

Angebote vergleichen und Einzelheiten vor Unterschrift prüfen

So positiv sich das Auto-Abo auch darstellt, Verbraucher sollten nicht leichtfertig einen Vertrag unterzeichnen. Anbieter werben damit, dass bereits innerhalb von Minuten ein Vertrag geschlossen werden kann. Doch der Teufel steckt im Detail.

  • Manche Verträge geben vor, wie viele Kilometer monatlich maximal gefahren werden dürfen. Dieser Wert sollte zu den eigenen Anforderungen passen.
  • Auch ist es ratsam, dass der Vertrag eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung inkludiert. Nur so sichern sich Vertragsnehmer gegen Forderungen des Abo-Anbieters zuverlässig ab.

Außerdem hat es sich bewährt, in den sozialen Medien nach Menschen zu suchen, die Erfahrungen mit einem Abo-Auto gemacht haben. Sie können praktische Auskunft über die tatsächlichen Lieferzeiten des Autos, den Ablauf eines Fahrzeugwechsels und mögliche Schwierigkeiten bei der Rückgabe machen.

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