Bornholm wird zum Geheimtipp: Warum Dänemarks Sonneninsel gerade neu entdeckt wird
Mittwoch, 12. August 2026
Weiße Sandstrände, spektakuläre Felsküsten, kleine Fischerdörfer und eine überraschend lebendige Kunstszene: Bornholm entwickelt sich vom klassischen dänischen Ferienziel zu einem der spannendsten Reiseziele im Ostseeraum. Gerade für Urlauber, die Natur, Genuss und individuelles Reisen miteinander verbinden möchten, lohnt sich ein genauerer Blick auf Dänemarks Sonneninsel.
Lange galt Bornholm vor allem unter Dänemark-Kennern als beliebtes Sommerziel. Doch inzwischen bekommt die rund 40 Kilometer lange Ostseeinsel deutlich mehr internationale Aufmerksamkeit. Das US-Reisemagazin Condé Nast Traveler bezeichnete Bornholm im Sommer 2026 sogar als einen möglichen Überraschungserfolg der Reisesaison. Dabei stehen längst nicht mehr nur Strand und Meer im Mittelpunkt.
Es ist vielmehr die ungewöhnliche Mischung aus Natur, Kunsthandwerk, Kulinarik und skandinavischer Gelassenheit, die Bornholm interessant macht.
Vom Ferienziel zur Kreativinsel
Eine Besonderheit Bornholms ist die außergewöhnlich große Zahl an Künstlern und Kunsthandwerkern. Keramik, Glas, Schmuck und Textildesign gehören seit Jahrzehnten zur Identität der Insel. Bereits 2017 wurde Bornholm vom World Crafts Council als erste europäische „World Craft Region“ ausgezeichnet.
Wer heute über die Insel fährt, entdeckt deshalb immer wieder kleine Werkstätten, Ateliers und Galerien. Viele Künstler lassen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen oder verkaufen ihre Produkte direkt vor Ort.
Gerade dieser Kontrast macht den Reiz Bornholms aus: Zwischen kleinen Hafenorten, Wäldern und Felsküsten findet sich eine kreative Szene, die man eher in Kopenhagen oder einer anderen europäischen Metropole erwarten würde.
Auch kulinarisch hat sich viel getan. Neben den traditionellen Räuchereien mit ihrem berühmten Bornholmer Räucherhering gibt es inzwischen moderne Restaurants, kleine Produzenten, Hofläden, Brauereien und Manufakturen. Regionale Produkte und kurze Wege spielen dabei eine große Rolle.
Ferienhaus statt klassischem Hotelurlaub
Zum Charakter der Insel passt eine Urlaubsform besonders gut: das Ferienhaus. Statt sich auf einen einzelnen Urlaubsort zu beschränken, lässt sich Bornholm von einem eigenen Haus aus individuell erkunden.
Eine Übersicht über Ferienhäuser auf Bornholm zeigt, wie unterschiedlich die Möglichkeiten auf der Insel sind. Das Angebot reicht vom kleinen Ferienhaus für Paare bis zum größeren Haus für Familien oder Freundesgruppen.
Interessant ist diese Form des Reisens auch deshalb, weil Bornholm vergleichsweise kompakt ist. Ein Ferienhaus kann daher als Ausgangspunkt für ganz unterschiedliche Tagesausflüge dienen. Morgens geht es beispielsweise zum Strand, am Nachmittag in eine Glasbläserei und am Abend in einen der kleinen Hafenorte.
Gerade Familien profitieren zudem von der eigenen Küche, mehr Platz und einem Tagesablauf, der nicht an Frühstückszeiten oder andere Hotelstrukturen gebunden ist.
Eine Insel mit erstaunlich unterschiedlichen Landschaften
Wer Bornholm ausschließlich mit dänischen Sandstränden verbindet, dürfte überrascht sein. Im Süden der Insel liegt mit Dueodde zwar einer der bekanntesten Strände Dänemarks. Sein heller, sehr feiner Sand und die Dünenlandschaft wirken an sonnigen Tagen beinahe südeuropäisch.
Nur wenige Kilometer weiter verändert sich das Landschaftsbild jedoch deutlich. Im Norden dominieren Granitfelsen und Steilküsten. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören die Ruinen von Hammershus, einer mittelalterlichen Festungsanlage hoch über der Ostsee. Von hier eröffnet sich ein weiter Blick über das Meer und die felsige Küste.
Im Inselinneren wiederum liegt Almindingen, eines der größten Waldgebiete Dänemarks. Wanderwege, Seen und das Ekkodalen – das „Echotal“ – zeigen eine nochmals völlig andere Seite Bornholms. Diese landschaftliche Vielfalt auf relativ kleiner Fläche gehört zu den größten Stärken der Insel.
Bornholm lässt sich besonders gut langsam entdecken
Auch für Radfahrer ist Bornholm interessant. Ein dichtes Netz aus Radwegen verbindet viele Orte und Sehenswürdigkeiten. Teilweise verlaufen die Strecken auf ehemaligen Bahntrassen und damit abseits des Autoverkehrs.
Das passt zu einem Reisetrend, von dem kleinere Destinationen zunehmend profitieren: Statt in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken, möchten viele Urlauber eine Region intensiver kennenlernen.
Bornholm eignet sich dafür besonders gut. Entfernungen bleiben überschaubar, gleichzeitig gibt es genügend zu entdecken, um problemlos eine oder zwei Wochen auf der Insel zu verbringen. Ein Tag kann dabei aus einer Radtour entlang der Küste bestehen, der nächste aus einem Besuch der Rundkirchen von Østerlars oder Olsker. Dazu kommen Orte wie Gudhjem, Svaneke und Allinge mit kleinen Häfen, Cafés und Geschäften.
Nicht nur im Hochsommer interessant
Bemerkenswert ist außerdem, dass Bornholm zunehmend versucht, sich als Ganzjahresdestination zu positionieren. Auch die offizielle Tourismusseite von Bornholm stellt inzwischen ausdrücklich die unterschiedlichen Jahreszeiten in den Mittelpunkt.
Und tatsächlich hat die Insel außerhalb der klassischen Sommerferien einen besonderen Reiz. Im Frühjahr und Herbst sind Strände und Wanderwege deutlich ruhiger. Für Wanderer, Radfahrer und Reisende, die vor allem wegen Natur, Kunst oder Kulinarik kommen, kann die Nebensaison deshalb sogar interessanter sein als Juli und August.
Ferienhäuser bieten dabei zusätzliche Flexibilität. Wer nicht auf die deutschen oder dänischen Schulferien angewiesen ist, kann Anreise und Aufenthaltsdauer individuell planen und Bornholm in einer ruhigeren Phase erleben.
Bornholms Stärke liegt in seiner Mischung
Bornholm muss sich nicht neu erfinden, um als Reiseziel interessant zu bleiben. Vielmehr scheint die Insel gerade von Dingen zu profitieren, die schon lange zu ihrer Identität gehören: kleine Orte statt großer Ferienanlagen, regionale Küche statt internationaler Hotelbuffets und inhabergeführte Werkstätten statt austauschbarer Einkaufsstraßen. Hinzu kommen außergewöhnliche Landschaften, Strände und eine überraschend vielseitige Kulturszene.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum Bornholm derzeit auch außerhalb Skandinaviens stärker wahrgenommen wird. Die Insel bietet etwas, das in beliebten europäischen Ferienregionen zunehmend selten geworden ist: das Gefühl, viel entdecken zu können, ohne permanent von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten eilen zu müssen.
Und wer morgens mit Blick ins Grüne vor dem eigenen Ferienhaus frühstückt und erst danach entscheidet, ob der Tag am Strand, auf dem Fahrrad oder in einer kleinen Keramikwerkstatt endet, versteht ziemlich schnell, warum Bornholm gerade neu entdeckt wird.
Häufige Fragen zu einem Urlaub auf Bornholm
Wie kommt man nach Bornholm?
Bornholm ist per Fähre und Flugzeug erreichbar. Beliebt ist die Kombination aus Bahn oder Auto bis ins schwedische Ystad und von dort mit der Schnellfähre in gut 80 Minuten nach Rønne. Alternativ bestehen Fährverbindungen ab Sassnitz auf Rügen sowie Flüge ab Kopenhagen. Wer ein Ferienhaus bucht, reist meist mit dem eigenen Auto an, um auf der Insel flexibel zu sein.
Wann ist die beste Reisezeit für Bornholm?
Die Hauptsaison liegt im Juli und August mit den wärmsten Temperaturen und dem vollsten Veranstaltungsprogramm. Wer es ruhiger mag, reist im Frühjahr oder Herbst: Dann sind Strände und Wanderwege deutlich leerer, und die Insel zeigt sich von ihrer entspannten Seite. Für Wanderer, Radfahrer und Genussreisende ist die Nebensaison oft die schönste Zeit.
Was kann man auf Bornholm unternehmen?
Zu den Highlights zählen die Festungsruine Hammershus, der feine Sandstrand von Dueodde, das Waldgebiet Almindingen mit dem Ekkodalen sowie die typischen Rundkirchen von Østerlars und Olsker. Dazu kommen Radtouren auf ehemaligen Bahntrassen, Besuche in Glasbläsereien und Keramikwerkstätten sowie die Räuchereien mit dem berühmten Bornholmer Hering.
Lohnt sich ein Ferienhaus auf Bornholm?
Für viele Reisende ja. Ein Ferienhaus bietet mehr Platz, eine eigene Küche und einen Tagesablauf ohne feste Hotelzeiten – ideal für Familien und alle, die die kompakte Insel individuell erkunden möchten. Da Bornholm klein ist, eignet sich ein Haus gut als fester Ausgangspunkt für Tagesausflüge zu Stränden, Hafenorten und Sehenswürdigkeiten.