Brexit verschoben: Was sich bei einem EU-Austritt der Briten ändert

Mittwoch, 3. April 2019

Die Brexit-Verhandlungen, die einen Austritt Großbritanniens aus der EU am 29. März vorsahen, verliefen erfolglos. Somit verweilen die Briten noch etwas länger in der Staatengemeinschaft. Das wirft abermals Fragen auf, welche Änderungen und Auswirkungen der Brexit für UK-Reisende mit sich bringt.

Brexit

Neuer Termin für den Brexit: 12. April

Da es nicht zum erwarteten Brexit Ende März kam, wurde der neue Termin nun auf den 12. April verschoben. Wenn Großbritannien an diesem Tag aus der Europäischen Union austritt, ergeben sich zwangsläufig einige Änderungen. Auf den Flugverkehr soll sich der Brexit jedoch nicht auswirken. Allerdings müssen britische Fluggesellschaften die Sicherheitszertifikate ihrer Flugzeuge erneuern lassen. Kommt es am 12. April zum Brexit wären die aktuellen Zertifikate aber noch neun Monate gültig, sodass britischen Airlines für Kontinentalflüge kein Flugverbot droht. Laut der britischen Regierung soll es bei den aktuellen Handgepäck- und Einfuhrbestimmungen keine Änderungen geben.

Da aber die derzeit gültigen Reisefreimengen für Reisen innerhalb der EU für die Briten dann nicht mehr greifen, dürfte es sehr wahrscheinlich neue Zollbestimmungen hinsichtlich Tabak und Alkohol geben. Auch ist mit vermehrten Kontrollen durch den britischen Zoll zu rechnen.

Die Einreise für EU-Bürger dürfte hingegen weiterhin unkompliziert ablaufen. Der aktuellen Informationslage nach wird ein Visum nicht erforderlich sein. Bis Ende des Jahres soll ein gültiger Reisepass oder Personalausweis zur Einreise berechtigen – der geplanten Städtereise nach London steht also nichts im Wege. Das sich daran etwas ändert – und Urlauber künftig ein Visum benötigen – ist unwahrscheinlich, da Großbritannien auch bisher nicht zum Schengenraum gehörte.

Wer zudem mit seinem Haustier ins Land der Queen einreisen möchte, wird mit dem seit 2004 gültigen Reisepass für Haustiere wenig anfangen können, da dieser logischerweise nur innerhalb der EU Gültigkeit besitzt. In der Praxis sollte davon jedoch nichts zu spüren sein, da man an der haustierfreundlichen Regelung trotz Brexit festhalten möchte.

Studierende, die ein oder mehrere Auslandssemester im Vereinigten Königreich verbringen, soll aktuell ebenfalls alles beim Alten bleiben. Dies betrifft zumindest diejenigen, die sich bereits vor dem Brexit in Großbritannien aufhalten. Wer sein Studium oder Praktikum jedoch erst nach dem Brexit-Termin beginnt, macht dies möglicherweise zu abweichenden Bestimmungen. Bis hier Einigkeit herrscht, könnte es schwierig werden an einem Austauschprogramm teilzunehmen.

Sollte auch am 12. April kein Brexit zustande kommen, ist eine weitere Verschiebung auf den 22. Mai möglich, allerdings müsste Großbritannien dann an der Europawahl teilnehmen, was auf wenig Gegenliebe stoßen dürfte.