Die Top 10 Lost Places in Europa

Mittwoch, 29. Januar 2020

Der Unfall im Atomkraftwerk Tschernobyl machte aus dem nahegelegenen Ort Prypjat im Jahr 1986 eine Geisterstadt. Viele Jahre später wurde sie zum beliebten Ausflugsziel mit einer schaurigen Vergangenheit. Lost Places haben eine magische Anziehungskraft und faszinieren Menschen seit jeher.

Riesenrad Pripyat

Die Geisterstadt Pripyat nahe des Kernkraftwerks Tschernobyl – der wohl bekannteste Lost Place der Welt.

Beeindruckende Reiseziele des Dark Tourism

Ganz egal, ob es sich um ein leerstehendes Hotel, eine heruntergekommene Klinik oder einen verlassenen Bahnhof handelt. Lost Places mit mystischer Atmosphäre findet man in ganz Europa. Im Folgenden stellen wir Ihnen zehn davon vor.

1. Hartwood Psychiatrie (Schottland)

Fast wie ein Schloss mutet die 1890 errichtete Psychiatrie im schottichen Hartwood an. Nach der Schließung im Jahr 1998 fungierte das Gebäude vier Jahre lang als Fernsehstudio. Seither steht das alte Klinikum leer und zerfällt zusehends. Bei einem Brand kam es zur Zerstörung eines Glockenturms sowie von Teilen des Dachs.

2. Beelitz-Heilstätten (Deutschland)

Der Bau des riesigen Sanatoriums, das während einer Städtereise nach Potsdam besichtigt werden kann, nahm mehr als drei Jahrzehnte in Anspruch. Während der beiden Weltkriege wurden verwundete Soldaten dort untergebracht. Der verlassene Ort diente als Kulisse für Roman Polanskis Film „Der Pianist“ und wurde inzwischen teilweise renoviert.

3. Geisterstadt Craco (Italien)

Nachdem es in den 60er Jahren mehrere Erdrutsche mit massiven Zerstörungen gegeben hatte, ergriffen alle Bewohner nach und nach die Flucht. In Süditalien thront die 1.300 Jahre alte Stadt majestätisch auf einem Hügel und war Drehort mehrerer Filme. Beim Schlendern durch die Ruinen fühlt man sich fast wie in einem Märchen.

Tipp: Die berühmtesten Drehorte als Reiseziele.

4. Bahnhof Canfranc (Spanien)

Der im Stil der Art Nouveau gestaltete Bahnhof wurde im Jahr 1928 eröffnet. Die Nazis nutzten die Strecke zwischen Spanien und Frankreich später für den Goldtransport. Nach dem Einsturz einer Brücke in Frankreich wurde die Strecke nicht mehr befahren. Das verlassene Gebäude wurde zum beliebten Lost Place, und lediglich das Dach wurde aus Sicherheitsgründen renoviert.

5. Dvigrad (Kroatien)

Vom früher wichtigen Handelszentrum in Kroatien sind nur noch Ruinen übriggeblieben. Diese werden allmählich von der Natur zurückerobert. Durch Kriege in den vergangenen Jahrhunderten kam es zur Zerstörung der Häuser. Cholera und Pest sorgten für eine starke Dezimierung der Bevölkerung, der Rest zog dann später fort.

6. Autofriedhof Kyrkö Mosse (Schweden)

In Schweden gibt es tatsächlich einen Autofriedhof inmitten eines Waldes nahe der Ortschaft Ryd. Zwischen den Bäumen sieht man jede Menge verrostete und mit Moos überzogene Fahrzeuge. Gegründet wurde der Autofriedhof vom Schweden Ake Danielsson. Bis zum Jahr 2050 soll dieses einmalige Phänomen noch erhalten bleiben.

7. Schlosshotel Waldlust (Deutschland)

Verlassene Hotels wirken immer besonders schaurig auf den Betrachter, so auch dieses frühere Nobelhotel im baden-württembergischen Freudenstadt. Aufgrund einiger geschildeter Phänomene und der Nutzung als Lazarett im Zweiten Weltkrieg, gilt es längst als Geisterhotel. In den teils noch wunderschönen Zimmern wurden bereits mehrere Filme gedreht. Besuchern werden geführte Fototouren angeboten.

8. Gefängnis Patarei (Estland)

Direkt an der Küste von Tallin steht der berüchtigte Folter-Knast von Patarei. Bis zum Jahr 2002 wurden Menschen hier wie Tiere gehalten, und viele sind sogar ums Leben gekommen. In den Räumlichkeiten des 1840 fertiggestellten Gebäudes sind einige verrostete Betten immer noch bezogen. An den Wänden kann man sehen, wie die Insassen Striche für jeden vergangenen Tag in dieser Hölle eingekerbt haben.

9. Haludovo Palace Hotel (Kroatien)

Im ehemaligen Jugoslawien öffnete 1971 eines der luxuriösesten Hotels auf der Insel Krk seine Pforten. Nach den Kriegen kamen kaum noch Touristen in diese Gegend. Das Gebäude aus der kommunistischen Ära gammelt deshalb schon seit den 90er Jahren vor sich hin. Aufgrund der asymmetrischen Gestaltung der Anlage wirkt der Ort wie aus einem Science-Ficition-Streifen entsprungen.

10. Metro-Station Croix-Rouge (Frankreich)

Ursprünglich handelte es sich bei Croix-Rouge um die letzte Station der Pariser Metrolinie Nr. 10. Nach der Fertigstellung im Jahr 1923 wurde sie nur 16 Jahre genutzt. Nach dem Eintritt Frankreichs in den Zweiten Weltkrieg verkehrte hier keine Metro mehr, auch nach Kriegsende nicht. Bereits im Jahr 1939 wurde die Station zum Lost Place und lockt seither Entdecker aus dem In- und Ausland an.

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