Hinsetzen verboten: Rom verbietet Sitzen auf Spanischer Treppe

Mittwoch, 7. August 2019

Es ist wohl eines der beliebtesten Urlaubsmotive: Die weltbekannte Spanische Treppe in Rom. Jeder Besucher der Weltstadt möchte einmal auf dieser begehrten Sehenswürdigkeit abgebildet sein. Doch der bereits seit Jahrzehnten bestehende starke Touristenansturm auf dieses bedeutende italienische Kulturerbe stellt für die hiesigen Behörden ein großes Problem dar.

Spanische Treppe

Die geschwungenen Stufen der Spanischen Treppe laden zu einer kurzen Rast ein. Doch wer sich hinsetzt, zahlt.

Die Menschen lieben sie. Die Spanische Treppe in Rom mit ihren 136 Marmorstufen galt bis jetzt als der ideale Rastplatz für Einheimische und Urlauber. Hier konnten sie kurz innehalten und bei einem kleinen Snack das Dolce Vita genießen. Doch bald wird das Sitzen auf diesem Jahrhunderte alten Kulturgut sehr teuer. Wer sich eine kleine Pause auf der Spanischen Treppe gönnen möchte, der könnte in Zukunft Bekanntschaft mit italienischen Polizisten machen. Diese wurden vom Stadtrat beauftragt, verstärkt Kontrollen durchzuführen. Gerade kürzlich wurden mehrere Besucher durch lautstarke Trillerpfeifen von Polizisten vom Piazza di Spagna verdrängt.

Seit Sommer dieses Jahres ist es verboten, sich auf Denkmäler der italienischen Hauptstadt zu setzen. Wer dagegen verstößt, kann mit saftigen Geldstrafen von bis zu 400 Euro rechnen. Die Stadtverantwortlichen sprachen aber noch weitere Verbote aus. So müssen Urlauber und Einheimische ab sofort auch auf das Baden in Brunnen verzichten. Auch Leuten, die gerne nackte Haut zeigen und ohne Oberteil spazieren gehen, wird durch die italienischen Behörden ab sofort ebenso ein Riegel vorgeschoben, denn auch dafür wurde ein Verbot ausgesprochen.

Mit diesen strikten Maßnahmen möchte der Stadtrat den Massentourismus unter Kontrolle halten und für mehr Ordnung auf Roms Straßen sorgen. Die Piazza di Spagna musste die letzten Jahre nämlich erheblich unter den Müllbergen der Besucher leiden. Ob Rotweinflecken oder Kaugummis – das historische Bauwerk wurde derart in Mitleidenschaft gezogen, dass es 2016 für 1,5 Millionen Euro erneuert werden musste.