Indonesien: Schließung der „Dracheninsel“ Komodo wird nochmals überprüft

Freitag, 12. April 2019

Nachdem die indonesische Regierung eine Schließung der „Dracheninsel“ Komodo für Touristen angekündigt hat, soll diese noch einmal überprüft werden. Grund für eine Schließung ist die Annahme, dass in den vergangenen Jahren verbotenerweise Komodowarane von der Dracheninsel mitgenommen wurden und der Tourismus den Lebensraum gefährdet.

Komodowaran

Setzt die Regierung die Schließung von einzelnen Bereichen oder des ganzen Nationalparks für den Tourismus durch, ergeben sich massive Einschnitte, die sich im wirtschaftlichen und sozialen Bereich bemerkbar machen. In den vergangenen Jahren hat der Nationalpark mehr als zwei Millionen Euro eingebracht. Derzeit besuchen im Monat etwa 10.000 Touristen „die letzten lebenden Drachen“ auf ihrer Insel. Sie zahlen für den Eintritt rund 10 Euro, Einheimische in etwa 30 Cent.

Diese Tatsache veranlasst das Tourismusministerium die Schließung noch einmal zu überdenken. Eine Schließung muss gut überlegt, geplant und mit ausreichenden Fristen durchgeführt werden.

Die schönsten Komodo-Ausflüge

Gemäß der Ankündigung des indonesischen Forst- und Umweltministeriums in Jakarta wird zunächst eine Studie durchführt, bevor frühestens im Juli endgültig ein Besuchsverbot ab 2020 ausgesprochen wird. Wissenschaftler, Umweltschützer, Experten der Regierung und des Tourismusverbandes sollen sich einen genauen Eindruck verschaffen, welche Auswirkungen der Tourismus auf den Lebensraum und die dort lebenden 5.000 Komodowarane haben.

Die Zentralregierung von Indonesien mit Sitz in Jakarta hat neben dieser Ankündigung gleichzeitig klargestellt, dass die letzte Entscheidung über die Schließung dem Umweltministerium unterliegt. Das Thema sei zu komplex, um von der örtlichen Regierung entschieden zu werden, auch wenn es zum Schutz des Lebensraums und der Tiere ist.