(Kreuzfahrt-)Schiffe – kommt es auf die Größe an?

Montag, 6. April 2020

Vor sich nur das weite Meer, darüber der blaue Himmel und eine leichte Brise im Gesicht – entspannen, Spaß mit der Familie haben, fremde Länder und Kulturen entdecken. Das ist der Traum vieler, die gerne einmal mit einem luxuriösen Schiff Urlaub auf hoher See verbringen möchten. Doch der Schifffahrtstourismus bietet viele Möglichkeiten, angefangen mit den Ozeanriesen der Superlative. Aber kommt es in puncto Urlaub auf dem Meer wirklich auf die Größe an?

Luxusyacht

Eine Yacht mieten ist besonders bei kleineren Gruppen, die Wert auf Privatsphäre legen, eine optimale Option, um aufs Meer rauszufahren.

Groß, größer, am größten…

Das größte Kreuzfahrtschiff der Welt ist derzeit noch die Harmony of the Seas der Reederei Royal Caribbean International, auf der bis zu 5.400 Passagiere Platz finden. Neben zahlreichen Restaurants und Bars finden Reisende hier unter anderem auch eine Eislaufbahn, einen Wasserpark und verschiedene Theater zur Unterhaltung vor.

Noch in 2020 wird dieser Rekord getoppt von einem ganz neuen Schiff der Extraklasse: Die Mardi Gras der Carnival Cruise Line bietet neben Shows im Las Vegas-Stil und Entertainment für die ganze Familie eine ganz besondere Hauptattraktion: die erste Achterbahn auf See – der „Ultimate Playground“. Hier kosten etwa sieben Nächte Puerto Rico, Dominikanische Republik und Grand Turk ab 1.243 Euro pro Person und Tag in der Außenkabine.

Auch deutsche Reedereien sind unter den Anbietern solcher Luxusliner. So stach bereits 2018 die AIDAnova, ein Hochseedampfer der Reederei AIDA Cruises, als erstes Kreuzfahrtschiff mit umweltfreundlicherem Flüssiggasantrieb in See. Auch hier reisen über 5.000 Personen gemeinsam – beispielsweise rund um die Kanarischen Inseln – und bekommen auf insgesamt 20 Decks allerbeste Unterhaltung geboten.

In Zeiten des Klimawandels muss jedoch erwähnt werden, dass die großen Kreuzfahrtschiffe so gut wie alle massiv die Umwelt belasten. Bei Landgängen quellen die Städte oftmals vor Touristen nur so über, wenn dort gleichzeitig mehrere Luxusliner anlegen. Diese meist noch sehr neuen Ozeanriesen erfreuen sich bei Kreuzfahrtfan dennoch aufgrund ihrer Ausstattung und des umfangreichen Unterhaltungsangebots allergrößter Beliebtheit, was jedoch auch mit entsprechend hohen Reisepreisen einhergeht.

Tut’s die Mittelklasse auch?

Aber es muss ja nicht immer gleich die Superlative sein. Wer es etwas ruhiger angehen möchte, tritt seine Seereise auf einem Kreuzfahrtschiff der Mitteklasse an. Auch hier gibt meist ein Unterhaltungsprogramm, jedoch weitaus weniger glamourös als auf den großen Schiffen. Dafür ist meist mehr direkter Kontakt zu anderen Gästen angesagt, was jedoch nicht unbedingt jedermanns Sache ist. Zudem hat so manches Schiff dieser Klasse eher den Charme eines Mittelklassehotels mit Pauschalangebot.

Jedoch überzeugt oft das Preis-Leistungs-Verhältnis: So können sich zum Beispiel Reisende auf der AIDAsol mit Baujahr 2011 (max. 2.192 Passagiere) bereits ab rund 65 Euro pro Person und Tag in der Innenkabine auf eine siebentägige Reise zu den „Perlen im Mittelmeer“ mit Start ab Palma de Mallorca begeben. Wichtig für alle mit einem Umweltgewissen: Nicht selten handelt es sich in dieser Kategorie um ältere Schiffe, die eine besonders schlechte Umweltbilanz aufweisen.

„Noblesse oblige“ – exklusive Kreuzfahrten der Luxusklasse

Auch wer es extravagant mag, für den kann eine Kreuzfahrt durchaus die richtige Art zu Reisen sein. Hier gibt es kleine, exklusive Schiffe wie beispielsweise die Crystal Esprit von Crystal Cruises, auf der 62 Passagiere in stilvoll eingerichteten Suiten von über 90 Crewmitgliedern umsorgt werden.

In diesem Sektor finden sich Schiffe mit einer Kapazität bis zu 500 Reisenden, meist auf dem Niveau besonderer Fünf-Sterne-Hotels mit Spa. So stach im Februar 2020 die erste RITZCarlton Yacht Evrima in See. Hier kann man es sich sieben Tage lang von Mallorca nach Nizza ab rund 800 Euro pro Person und Tag einen Kurzurlaub der besonderen Art gönnen – inklusive Butler, Shows, direktem Wasserzugang und Marina.

Kreuzfahrt-Check: Welches Schiff passt zu Ihnen?

Expeditionsschiffe: Abenteuer zur See

Seereisende, die ein echtes Abenteuer suchen, sind auf Expeditionsschiffen bestens aufgehoben, auf denen ebenfalls nur wenige Passagiere an Bord gehen können. So erlebt man auf einer Expeditionskreuzfahrt die Natur hautnah – ob in der Antarktis, in der Südsee oder am Amazonas. Manchmal handelt es sich um umgebaute Forschungsschiffe mit modernster Technik und sehr gut ausgestatteten Kabinen, es gibt jedoch auch Expeditionsschiffe, die eigens für diesen Verwendungszweck gebaut wurden.

So kostet eine siebentägige Reise rund um die Galapagosinseln mit der Celebrity Xpedition (Celebrity Cruises) mit maximal 100 Passagieren ab etwa 1.150 Euro pro Person und Tag in der Außenkabine. Auf einer solchen Seereise werden nicht nur spektakuläre Natureindrücke geboten, hier begegnet man bei Landgängen mit Sicherheit auch nicht den Menschenmassen der großen Kreuzfahrtschiffe.

Ein Boot mieten: Yachtcharter & Co.

Kreuzfahrtschiffe bieten Seereisenden eine Vielfalt an Möglichkeiten, die Welt zu entdecken. Jedoch sind derlei Reisen entweder mit einem hohen Kostenfaktor oder einem enormen Passagieraufkommen auf dem Schiff und bei Besuchen an Land verbunden. Das ist nicht unbedingt jedermanns Sache – und hier gibt es attraktive Alternativen: Warum nicht den Menschenmassen entgehen und selbst ein Boot mieten mit der Familie oder einer größeren Gruppe von Freunden? Oftmals ist das gar nicht so teuer wie gedacht – vor allem, wenn man mit mehreren Personen an Bord geht.

Für kleinere Gruppen eignen sich hier vor allem Motor- oder Segelboote, Großgruppen finden auf einem Gulet – einem zweimastigen Motorsegler aus Holz – Platz für eine exklusive Reise im Mittelmeer. Der Bootsurlaub-Anbieter Zizoo vermietet zum Beispiel ein Gulet für bis zu 16 Personen ab Rhodos für 1.567 Euro pro Tag inklusive Crew an. Pro Passagier ergeben sich hieraus nicht einmal 100 Euro pro Tag auf See – und das für ein exklusives Ambiente in privater Atmosphäre.

Über die Wellen mit eigenem Skipper

Wer eine Yacht für den Urlaub chartern möchte, muss also nicht einmal selbst einen Segelschein oder Bootsführerschein besitzen, denn der Skipper kann oftmals gleich mitgebucht werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Neben der absoluten Freiheit, wann es wohin gehen soll, entdecken die Passagiere mit ihrem ortskundigen Käpt’n versteckte Buchten und werden gleichzeitig noch in die Kunst des Segelns eingeweiht.

Wem die Umwelt besonders am Herzen liegt, für den ist ein solcher Yachtcharter optimal. Denn wer die Kraft des Windes zum Reisen nutzt, belastet das Klima nicht mit schädlichen Emissionen. Auch hier ist Zizoo der richtige Anbieter – etwa für Segelboote oder Katamarane für den Familienurlaub. Schöner kann man fremde Länder, das Meer und seine Geheimnisse nicht erkunden.

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