Mallorca will Kreuzfahrtschiffe reduzieren

Mittwoch, 12. Juni 2019

Schon vor dem Crash in Venedig, bei dem ein Kreuzfahrtschiff ein Touristenboot gerammt hat, sprachen sich unzählige Menschen an den verschiedensten Orten auf dieser Welt gegen ein Verbot von Kreuzfahrtschiffen in bestimmten Häfen aus. Nun zieht Palma de Mallorca nach.

Kreuzfahrtschiff im Hafen von Palma

Die Menschen in den Hafenstädten, die von den großen Kreuzfahrtschiffen angefahren werden, haben die Nase voll. Venedig ist ein Musterbeispiel dafür, dass eine Stadt im Massentourismus zu versinken droht. Verboten sind die Kreuzfahrtschiffe dort noch nicht. Aber nachdem eines davon ein Touristenboot rammte und mehrere Menschen verletzt wurden, werden die Proteste gegen die Kreuzfahrtgiganten immer gewaltiger.

Zuletzt schob unter anderem Amsterdam dem Kreuzfahrttourismus einen Riegel vor. Als nächstes ist wohl Mallorcas Hauptstadt Palma dran.

Dort haben sich für dieses Jahr 600 Kreuzfahrtschiffe angekündigt – ein neuer Rekord für die Stadt. Rund die Hälfte davon soll zwischen Juni und September anlegen, teilweise sogar bis zu fünf gleichzeitig. Gefordert wird jedoch, dass nur noch ein Schiff pro Tag anlegen soll.

Massentourismus vom Kreuzfahrtschiff

Das Problem sind – wie in anderen Städten auch – nicht allein die Schiffe, über deren Schaden für die Umwelt und die Städte selbst immer noch gestritten wird. Das Problem ist auch, dass sie täglich Tausende von Touristen ausspucken, die gleichzeitig die Städte fluten, dabei viel Müll aber wenig Geld zurücklassen.

Die UNESCO fordert nun, dass dies so nicht weitergehen könne. Der Hafen von Palma sei ähnlich überlastet wie andere Häfen im Mittelmeerraum, erklärt die Organisation. Laut der Mallorca Zeitung hätte die Regierung der Balearen deshalb den Vorschlag unterbreitet, dass die Ankünfte der Schiffe zeitlich besser koordiniert werden. Einige Kreuzfahrtschiffe werden aber auch auf andere Häfen umgeleitet werden müssen.