MSC Cruises steigt in Flusskreuzfahrt ein – was das für Marokko-Fans bedeutet
Donnerstag, 25. Juni 2026
Die Kreuzfahrtbranche erlebt gerade eine stille Revolution: MSC Cruises, eine der weltgrößten Hochsee-Reedereien, soll kurz davorstehen, massiv in den Flusskreuzfahrtmarkt einzusteigen. Laut einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ), der von Kreuzfahrt-Experten wie Franz Neumeier auf cruisetricks.de eingehend analysiert wurde, gibt es offenbar bereits eine Absichtserklärung für den Bau von zehn Flussschiffen bei der Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde. Für Marokko-Fans ist das ein doppelter Grund zur Aufregung: MSC ist bereits einer der wichtigsten Anbieter von Routen entlang der marokkanischen Atlantik- und Mittelmeerküste – und ein breiteres Angebot an Kreuzfahrtschiffen könnte künftig noch vielfältigere Kombinationsreisen ermöglichen.
Was plant MSC Cruises genau?
Eher beiläufig geht die Neuigkeit aus einem HAZ-Bericht über die wirtschaftliche Situation der Meyer Werft hervor: Demnach soll es sogar schon eine Absichtserklärung für den Bau von zehn Flusskreuzfahrtschiffen in der Neptun-Werft in Warnemünde geben. Sowohl die Neptun-Werft als auch MSC Cruises äußern sich zu diesen Gerüchten allerdings nicht.
Gebaut werden sollen die MSC-Flusskreuzfahrtschiffe offenbar in der Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde, die zuletzt zahlreiche Flussschiffe für Viking River Cruises gebaut hat und über sehr viel Erfahrung in diesem Marktsegment verfügt. Die Neptun-Werft ist Teil der Meyer-Gruppe und damit mehrheitlich im Besitz der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Niedersachsen.
Das fügt sich nahtlos in die langfristige Strategie des Konzerns ein: MSC Cruises hatte bereits Ende 2025 eine umfangreiche strategische Partnerschaft mit der Meyer-Werft bekannt gegeben, die bis 2035 ein Auftragsvolumen von zehn Milliarden Euro umfassen soll. Als ersten Teil der Vereinbarung wurden vier Kreuzfahrtschiffe der neuen Schiffsklasse mit dem Projektnamen „New Frontier“ vereinbart, die zwischen 2030 und 2033 in Dienst gehen sollen. Die möglichen Flussschiffe kämen also noch obendrauf.
Zweite große Reederei im Flussfahrt-Boom
Bewahrheiten sich die HAZ-Recherchen, würde sich MSC Cruises bereits als zweite Hochsee-Kreuzfahrtreederei innerhalb weniger Jahre mit Flusskreuzfahrten ein zusätzliches Standbein aufbauen. Bereits 2027 startet Celebrity Cruises mit ihren ersten zwei Flussschiffen in Europa. Bis 2028 soll die Celebrity-Flotte auf fünf Schiffe anwachsen, und bis 2031 sind sogar 20 Schiffe angekündigt – womit Celebrity River Cruises zu einem der bedeutendsten Anbieter auf den europäischen Flüssen würde.
Der Markt wächst ohnehin rasant. Die Flusskreuzfahrt ist ein wachsender Markt, der besonders in Europa viele Fans hat. Die Kombination aus komfortablen Schiffen, kulturellen Landausflügen und entspannten Seetagen spricht eine andere Kundschaft an als die klassischen Hochseekreuzfahrten. Den umgekehrten Weg hatte vor mehr als zehn Jahren Viking gegangen, das als ursprünglich reine Flusskreuzfahrt-Reederei 2015 ihr erstes Hochsee-Kreuzfahrtschiff in Dienst stellte und seitdem auch in diesem Segment rasant wächst.
MSC selbst hat in den vergangenen Jahren konsequent diversifiziert: Mit der Indienststellung der Explora I im Jahr 2023 machte MSC bereits einen wichtigen Schritt in Richtung Diversifizierung. Die Luxus-Kreuzfahrtmarke Explora Journeys wird 2026 mit ihrem dritten Schiff weiter ausgebaut. Flussschiffe wären der nächste logische Schritt – und ein klares Signal, dass sich der Freizeitkonzern als vollständiger Mobilitätsanbieter neu erfinden will.
Was hat das mit Marokko zu tun?
Auf den ersten Blick scheint der Zusammenhang nicht offensichtlich – Marokko hat schließlich keine schiffbaren Binnenflüsse für klassische Flusskreuzfahrten. Doch der Einstieg von MSC in die Flusskreuzfahrt ist für Marokko-Reisende aus mehreren Gründen relevant:
MSC ist bereits heute einer der zentralen Anbieter von Kreuzfahrten entlang der marokkanischen Küste. Zu den beliebtesten Reisezielen einer Marokko-Kreuzfahrt gehören Marrakesch (erreichbar über Agadir oder Casablanca), Agadir, Tanger und das legendäre Casablanca. Marokko ist trotz seiner im Vergleich zum afrikanischen Kontinent geringen Größe ein sehr facettenreiches und vielseitiges Reiseland und damit ideal für Kreuzfahrten.
Kombinationsreisen könnten künftig so aussehen: Ein paar Tage auf einem MSC-Flussschiff durch das Rheintal oder die Provence – und anschließend an Bord eines MSC-Hochseeschiffs weiter Richtung Tanger, Casablanca oder Agadir. Das könnte MSC erlauben, Reisepakete aus Flussfahrten und Seereisen zu schnüren und so das gesamte Reiseerlebnis aus einer Hand anzubieten. Die Kombination aus Hochsee- und Flusskreuzfahrten könnte MSC zu einem der vielseitigsten Anbieter machen.
Marokko als Kreuzfahrtdestination: Zahlen und Fakten
Aktuell sind in 2026 allein 146 Kreuzfahrten ab Marokko verfügbar. In 2027 schnellt die Zahl auf 342 Kreuzfahrten hoch – ein deutliches Zeichen für das wachsende Interesse am nordafrikanischen Königreich als Kreuzfahrtziel. Marokko verfügt sowohl über teils sehr hohe Gebirge wie das Rif- und das Atlasgebirge als auch über eine wunderschöne Küste. Marokko-Kreuzfahrten werden besonders gerne in Kombination mit anderen Destinationen am Atlantik und der Mittelmeerküste gebucht. Vor allem die Kanaren oder Portugal eignen sich als ideales Zusatzziel für eine solche Kreuzfahrt.
Was bedeutet das für dich als Urlauber?
Noch sind die Pläne von MSC unbestätigt. Die Information wurde bislang weder von MSC Cruises noch von der Neptun-Werft offiziell bestätigt, doch die Quelle gilt als gut informiert. Wer jetzt eine Marokko-Kreuzfahrt mit MSC plant, tut das also mit einer Reederei, die sich strategisch neu ausrichtet und mittelfristig deutlich mehr Reiseprodukte unter einem Dach bündeln könnte.
Generell gilt: Der Wettbewerb im Segment der Flusskreuzfahrt wird intensiver. TUI River Cruises treibt sein Wachstum voran – die Flotte soll bis 2028 auf zehn Flusskreuzfahrtschiffe wachsen. Und wer einen Green Award für nachhaltige Fahrten sucht: Anfang April 2026 erhielt Excellence Cruises erneut den Green Award in Gold für nachhaltige Flusskreuzfahrt.
Praktische Tipps für deine Marokko-Kreuzfahrt 2026
- Buchungszeitpunkt: Frühbucher-Angebote für Marokko-Kreuzfahrten 2026/27 sind jetzt besonders attraktiv. Mit mehr als 340 Abfahrten für 2027 steigt die Auswahl deutlich.
- Beste Reisezeit: Marokko eignet sich im Grunde genommen fast als Ganzjahresziel, wobei man nicht vergessen darf, dass die Winter im Gebirge auch Schnee bringen können. Frühling und Herbst gelten als ideal.
- Häfen und Landausflüge: Erlebe während einer Marokko-Kreuzfahrt eine Mischung aus weiter Saharawüste, schneebedeckten Gipfeln des Atlasgebirges sowie kilometerlangen Sandstränden am Atlantik. Plane für Marrakesch ab Casablanca oder Agadir mindestens einen vollen Landausflug ein.
- Kombirouten: Je nach Route können Städte wie Valencia, Leixões/Porto, Casablanca, Cádiz, Arrecife, Las Palmas und Marseille auf einer einzigen Fahrt besucht werden.
- Reederei-Wahl: Neben MSC bieten zahlreiche Anbieter Marokko-Routen an, darunter AIDA, TUI Cruises Mein Schiff, Silversea und PONANT – je nach gewünschtem Komfort und Budget.
- Einreise: Deutsche Staatsbürger benötigen für Marokko keinen Vorab-Visa, aber einen gültigen Reisepass. Informiere dich vor Reisebeginn über aktuelle Einreiseregelungen beim Auswärtigen Amt.
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Häufige Fragen zu Kreuzfahrten nach Marokko
Gibt es Flusskreuzfahrten in Marokko?
Klassische Flusskreuzfahrten wie auf dem Rhein oder der Donau gibt es in Marokko nicht – das Land verfügt über keine schiffbaren Binnenflüsse in diesem Sinne. Wer Marokko per Schiff erkunden möchte, bucht eine Hochseekreuzfahrt, die Häfen wie Tanger, Casablanca oder Agadir anläuft. Der geplante Flusskreuzfahrt-Einstieg von MSC Cruises betrifft europäische Flüsse – könnte aber künftig in Kombireisen mit Marokko-Häfen münden.
Welche Häfen in Marokko werden von Kreuzfahrtschiffen angesteuert?
Die wichtigsten Kreuzfahrthäfen Marokkos sind Casablanca (Ausgangspunkt für Marrakesch und Fes), Tanger (Gateway zu Andalusien und dem Rif-Gebirge) sowie Agadir (Tor zur Atlasregion und Wüste). Auch die Hafenstadt Safi wird gelegentlich angefahren. Tanger bietet zusätzlich den Reiz der Straße von Gibraltar.
Wann kommt MSC Cruises offiziell in den Flusskreuzfahrtmarkt?
Aktuell (Stand Juni 2026) ist der Einstieg von MSC Cruises in den Flusskreuzfahrtmarkt noch nicht offiziell bestätigt. Laut Berichten der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und des Kreuzfahrt-Fachportals cruisetricks.de soll jedoch bereits eine Absichtserklärung für den Bau von zehn Flussschiffen bei der Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde existieren. Offizielle Stellungnahmen von MSC oder der Werft stehen noch aus.
Welche Reedereien bieten 2026 Marokko-Kreuzfahrten an?
Das Angebot ist breit: MSC Cruises, AIDA, TUI Cruises Mein Schiff, Costa, Silversea, PONANT, Holland America Line, Celebrity Cruises, Oceania Cruises und viele weitere Anbieter fahren marokkanische Häfen an. Die Preise beginnen ab rund 550 Euro pro Person, je nach Reederei, Kabinenkategorie und Routenlänge.
Ist eine Marokko-Kreuzfahrt auch mit Landausflug nach Marrakesch kombinierbar?
Ja, absolut. Von den Häfen Casablanca und Agadir aus bieten fast alle Reedereien organisierte Tagesausflüge nach Marrakesch an (Fahrzeit jeweils rund 2,5 bis 3 Stunden). Buchbar ist das meist direkt über die Reederei an Bord oder im Voraus über spezialisierte Ausflugsdienste. Plane ausreichend Zeit ein – Marrakesch mit seinen Souks, der Medina und dem Djemaa el-Fna lässt sich nicht in zwei Stunden abhandeln.
Was kostet eine Marokko-Kreuzfahrt ab Deutschland?
Marokko-Kreuzfahrten ab deutschen Häfen (z. B. Hamburg oder Kiel) kosten je nach Dauer und Reederei ab rund 1.750 Euro pro Person für 11 Nächte in einer Außenkabine. Wer ab einem südlicheren Starthafen wie Barcelona oder Lissabon zusteigt, findet teils günstigere Einstiegspreise ab rund 559 Euro pro Person für kürzere Segmente. Frühbucherrabatte und Last-Minute-Angebote können die Preise erheblich senken.