Öko-Tourismus: Heirate einen Amsterdamer für einen Tag

Donnerstag, 13. Juni 2019

Nicht Probleme sehen, sondern Lösungen! Anstatt Gebühren unaufhaltsam in die Höhe zu treiben oder Tourismus als Problem zu sehen, sieht die Aktion „Marry an Amsterdamer for a day“ die Lösung im Overtourism und überrascht mit einer genialen Idee.

Kanalrundfahrt in Amsterdam

Einen wildfremden für einen Tag heiraten? Das würde wohl kaum jemand machen und eine Trauung im eigentlichen Sinne ist auch nicht die Idee hinter dem Projekt „Untourist Guide to Amsterdam“. Heirate einen Amsterdamer für einen Tag („Marry an Amsterdamer for a day“) zielt auf bewussten und nachhaltigen Tourismus in der niederländischen Hauptstadt ab. Mehr als 200 Touristenführer, kulturelle Einrichtungen und Hotels unterstützen die Aktion, bei der man für einen Tag mit einem Bewohner („Local“) verheiratet wird.

Wer schon mal eine Städtereise nach Amsterdam unternommen hat, weiß, wie viele Touristen sich durch die teilweise engen Gassen der Stadt quetschen – besonders im Rotlichtviertel. Um der Flut an Menschen Herr zu werden, wird man praktisch mit einem Local verbandelt, der einem weniger bekannte, aber nicht weniger sehenswerte Orte der Stadt zeigt, anstatt nur die typischen Touri-Spots abzuklappern und die immer gleichen Fotos von den immer gleichen Gebäuden und Gegenden zu machen. Ziel der Aktion ist es, die Touristenmassen besser auf die Stadt zu verteilen. So könnte das Problem „Overtourism“ zur Lösung werden.

Amsterdam zählt rund 20 Millionen Touristen jedes Jahr – bei gerade mal 820.000 Einwohnern!

Wie der Guardian berichtet ist die Vermählung für 100 Euro zwar nicht ganz günstig, dafür sind die gemeinsamen Aktivitäten aber bereits inklusive. Im Sinne der Nachhaltigkeit sind bereits sogar weitere „Untourist-Aktionen“ geplant, z. B. Straße fegen, Müll aufsammeln oder ein Souvenir aus Upcycling-Material herstellen – zusammen mit dem Local.

Ganz neu ist die Idee übrigens nicht. Auf dem Portal „Spotted by Locals“ können Einheimische Insidertipps für eine Städtereise abgeben. Dabei werden bewusst auch unbekanntere Destinationen wie Sarajevo, Gent oder Skopje vorgestellt.