Rijeka: Europäische Kulturhaupstadt 2020

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Rijeka ist eine Stadt, die hierzulande bisher kaum Beachtung befunden hat. Im Laufe des nächsten Jahres dürfte dieser Umstand sich ändern: Rijeka ist die erste Stadt Kroatiens, die den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt tragen darf. Die ehemalige Industriestadt mit der wechselhaften Geschichte will das kommende Jahr für einen Neuanfang nutzen. Potential dafür ist vorhanden.

Rijeka

Rijeka ist zusammen mit dem irischen Galway Europäische Kulturhauptstadt 2020.

Rijeka: Geheimtipp unter den Städtereisen

Mit einer Bevölkerung von rund 129.000 Menschen ist Rijeka die drittgrößte Stadt Kroatiens. Sie liegt in der Kvarner Bucht und war unter der Herrschaft der Habsburger, die mit kurzer Unterbrechung, in der die Stadt italienisch war, von 1465 bis 1918 andauerte, unter den Namen St. Veit am Flaum oder Fiume eine der wichtigsten Hafenstädte Europas. In dieser Zeit erlebte Rijeka seinen Aufschwung: Neben der Schifffahrt blühten auch andere Bereiche der Industrie in der Stadt auf und führten zu Wohlstand. Rijeka war eine der bedeutendsten Industriestädte der Region, was noch heute zu sehen ist.

Der industriell geprägte Hafen zeugt ebenso davon wie die vielen Fabrikgebäude, die heute jedoch größtenteils leerstehen oder als Kultureinrichtungen dienen. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor Rijeka als Teil Jugoslawiens zunehmend an Bedeutung. Das soll sich nun wieder ändern. Die Stadt setzt jedoch keineswegs auf Handel und Industrie, sondern möchte sich vor allem als Stadt der Kultur neu erfinden.

Der Titel der Europäischen Kulturhaupstadt 2020 soll dabei helfen. Ab dem 1. Februar 2020 beginnt das große Rahmenprogramm, das mehr als 600 Veranstaltungen und 250 Projekte umfasst. Rijeka rechnet mit vier Millionen Interessierten, die die Stadt in dieser Zeit besuchen. Wer sich dazu entschließt, die in Vergessenheit geratene Hafenstadt zu besuchen, wird sich davon überzeugen können, dass sie weit mehr zu bieten hat als rauen Industriecharme.

Der belebte Marktplatz, der historische Stadtkern, der wunderschöne Blick auf die direkt vor der Stadt liegende Bucht oder ein Spaziergang über den Korzo, die Hauptpromenade der Stadt, machen schnell klar, dass Rijeka ein ganz besonderer Ort ist. Deutlich wird das auch anhand der unterschiedlichsten Einflüsse, die in der Stadt ausfindig zu machen sind: Hier treffen etwa österreichische Überbleibsel wie gediegene Kaffeehäuser auf italienische Restaurants. Als wichtige Hafenstadt, die unter österreichischer, italienischer und jugoslawischer Herrschaft stand und mit Partnern aus unterschiedlichsten Ländern handelte, ist Rijeka in den letzten Jahrhunderten mit Einflüssen aus aller Welt konfrontiert worden. Heute gilt sie vielleicht auch deshalb als liberalste Stadt des Landes. Im sonst recht streng katholischen Kroatien bildet Rijeka mit Smoqua, dem jährlichen Fest der ansässigen LGBTQ-Gemeinde, das auf dem Korzo stattfindet, eine absolute Ausnahme.

Wer mehr über das Programm im Jahr 2020 erfahren will, sollte https://rijeka2020.eu/en/ besuchen. Wer eine Reise nach Kroatien plant, sollte Rijeka unbedingt auf dem Schirm haben!

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