Thomas Cook Deutschland sagt Reisen für 2020 ab

Donnerstag, 14. November 2019

Das Aus ist nur noch eine Frage der Zeit, das wird nun immer deutlicher. Versuchte sich die deutsche Thomas Cook in den vergangenen Wochen durchzubeißen, wurden nun alle Reisen für das Jahr 2020 abgesagt.

Passagier am Flughafen

Der Urlaub mit Thomas Cook fällt ins Wasser.

Welche Reisen sind betroffen?

Für die Betroffenen der Thomas Cook-Pleite hagelt es weiterhin schlechte Neuigkeiten. Dieses Mal betrifft es die Reisen ab dem 1. Januar 2020. Das teilte das Unternehmen diese Woche mit. Was das bedeutet wird vor allem im Vergleich zu den vorangegangenen Meldungen deutlich. Zunächst waren nur Reisen bis 31. Dezember 2019 abgesagt worden. Mit der Absage aller Reisen ab dem 1. Januar 2020 wird diese Entscheidung deutlich ausgeweitet.

Die abgesagten Reisen betreffen allerdings nicht nur Thomas Cook Deutschland-Kunden. Abgesagt sind auch Reisen der Veranstaltermarken Thomas Cook Signature, Thomas Cook Signature Finest Selection, Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Reisen, Air Marin und Thomas Cook International. Das Ausmaß dieser Absage: Derzeit wird davon ausgegangen, dass bis September 2020 rund 660.000 Buchungen eingegangen sind.

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Wie geht es mit Thomas Cook weiter?

Weiterhin ist unklar, wie es mit Thomas Cook weitergeht. Für einzelne Geschäftsbereiche, wie bspw. Öger Tours und Bucher liegen vielversprechende Angebote von Investoren vor. Ein Angebot das komplette Unternehmen zu übernehmen, bliebt jedoch aus, sodass ab Dezember die Zerschlagung des Konzerns erfolgt. Der operative Geschäftsbetrieb wird daher zum 1. Dezember 2019 eingestellt, was auch die genannten Veranstaltermarken betrifft.

Reisende erhalten nur geringe Entschädigung

Das größere Übel ist die enorme Schadenssumme, die durch die Pleite des Reiseveranstalters entstanden ist. Zum Stichtag 1. November waren bereits 150.000 Schadensmeldungen betroffener Kunden beim Versicherungsdienstleister KAERA eingegangen. Das Auftragsvolumen beträgt mehr als 250 Millionen Euro, was die maximal zur Verfügung stehende Versicherungssumme von 110 Millionen Euro bereits deutlich übersteigt. Mit den nun abgesagten Reisen dürften weitere Betroffene dazukommen, wodurch die Entschädigungsquote noch geringer ausfallen dürfte als ohnehin schon.