Toskana 2026: Bis zu 12 Euro Touristensteuer pro Nacht – und ETIAS kommt später als gedacht
Sonntag, 4. Oktober 2026
Wer 2026 in die Toskana reist – ob für ein All-Inclusive-Strandresort an der Maremma-Küste oder für einen Städtetrip nach Florenz –, muss zwei wichtige Änderungen kennen: Die imposta di soggiorno, Italiens kommunale Touristensteuer, hat neue Rekordhöhen erreicht und gilt ab sofort auch für All-Inclusive-Buchungen. Gleichzeitig hat sich die Einführung des europäischen Einreisesystems ETIAS erneut verschoben – und das ist für viele Reisende eine echte Entwarnung. Beide Entwicklungen zusammen verändern die Reiseplanung für die Toskana spürbar: mehr Kosten vor Ort, weniger bürokratischer Aufwand bei der Einreise. Wir erklären dir, was konkret auf dich zukommt, wie du dein Budget richtig kalkulierst und worauf du beim Buchen achten solltest.

Italiens neue Touristensteuer: Was hat sich seit Januar 2026 geändert?
Wer 2026 nach Italien reist, muss tiefer in die Tasche greifen als je zuvor: Die imposta di soggiorno – Italiens kommunale Touristensteuer – hat in diesem Jahr flächendeckend neue Höchststände erreicht. Die Grundlage dafür schuf die Regierung in Rom mit dem neuen Haushaltsgesetz: Das neue Haushaltsgesetz, das seit dem 1. Januar 2026 in Kraft ist, bildet die rechtliche Grundlage und bestätigt die Befugnis der Gemeinden zur Tariferhöhung.
Die Kurtaxe in Italien erreicht 2026 neue Höchststände und wird für viele Urlauber zur spürbaren Zusatzbelastung: Bisher durften Gemeinden maximal fünf Euro pro Nacht und Person verlangen, doch ab 2026 erweitert die italienische Regierung den Rahmen drastisch – normale Kommunen können die Touristensteuer auf bis zu sieben Euro pro Nacht anheben. Für besonders beliebte Kulturstädte gilt ein noch höherer Deckel: In Städten mit bedeutendem kulturellem Erbe wie Rom, Venedig und Florenz kann die Abgabe sogar bis zu zwölf Euro pro Nacht betragen.
Die imposta di soggiorno ist eine gesetzlich verankerte kommunale Abgabe in Italien. Du zahlst sie pro Person und Nacht direkt an deinen Beherbergungsbetrieb, der das Geld dann an die Gemeinde weiterleitet. Dabei variiert die Höhe je nach Ort, Unterkunftskategorie und Aufenthaltsdauer: Als grobe Orientierung gilt für deine Urlaubsplanung: Im Jahr 2026 variiert die Touristensteuer in Italien zwischen 1 und 10 Euro pro Nacht und Person.
Florenz und die toskanischen Gemeinden: Konkrete Beträge im Überblick
Florenz gehört zu den teuersten Städten Italiens, was die Kurtaxe angeht. In Florenz können als Stadt mit bedeutendem kulturellem Erbe bis zu 12 Euro pro Person und Nacht fällig werden. Der genaue Betrag hängt von der Unterkunftskategorie ab. Die Steuer wird direkt bei der Unterkunft kassiert und ist nicht in den meisten Online-Buchungspreisen enthalten.
Wer mit der Familie oder zu zweit eine Woche in einem Vier-Sterne-Hotel in Florenz verbringt, sollte die Rechnung aufmachen: Die Touristensteuer wird meist direkt bei der Unterkunft in bar kassiert. Rechne bei einem 4-Sterne-Hotel in Florenz mit bis zu 12 Euro pro Person und Nacht – für zwei Personen und sieben Nächte also bis zu 168 Euro extra.
In kleineren toskanischen Küstenorten und Landgemeinden fällt die Abgabe moderater aus. In beliebten Urlaubsorten und Städten wie Siena, Pisa und Livorno liegen die Abgaben in der Regel zwischen 1 und bis zu 10 Euro pro Person und Nacht. Florenz zählt zu den höchsten Tarifen in Italien – je nach Kategorie werden bis zu 8 Euro pro Person und Nacht erhoben (in der Maximalkategorie kann es bis zu 12 Euro betragen).
Auch die Besteuerung von Ferienwohnungen und Kurzzeitmieten wurde verschärft: Die Besteuerung von Kurzzeitmieten wurde von 21 auf 26 Prozent angehoben. Wer also über Plattformen wie Airbnb bucht, zahlt eine deutlich höhere Abgabe als noch 2025.
All-Inclusive und Touristensteuer: Ein weit verbreiteter Irrtum
Besonders wichtig für All-Inclusive-Reisende in der Toskana: Das Missverständnis ist weit verbreitet: All-Inclusive heißt nicht, dass du in Italien keine Zusatzkosten hast. Die imposta di soggiorno fällt immer an – egal ob du mit Vollpension, Halbpension oder im All-Inclusive-Paket gebucht hast. Die Touristensteuer ist eine gesetzlich verankerte kommunale Abgabe in Italien.
Die Bezahlung der Kurtaxe erfolgt in der Regel direkt bei der Unterkunft – Hotels, Bed & Breakfasts und private Vermieter sind gesetzlich verpflichtet, die Steuer von den Gästen einzuziehen und an die örtlichen Behörden abzuführen. Die Höhe variiert dabei nicht nur nach Gemeinde, sondern auch nach Art der Unterkunft und Aufenthaltsdauer. Das bedeutet: Auch wenn dein All-Inclusive-Resort an der Maremma oder bei Marina di Bibbona alle Mahlzeiten, Getränke und Animationsprogramme inklusive anbietet, kommt die Kurtaxe obendrauf – und das in bar, direkt beim Check-in oder -out.
Wohin fließt das Geld eigentlich? Gesetzlich sind in Italien mindestens 70 Prozent der Einnahmen aus der Touristensteuer für touristische, ökologische und sicherheitsrelevante Projekte zweckgebunden – also etwa Infrastrukturinstandhaltung, Radwege, Ufergestaltung und Tourismusmarketing. Für dich als Urlauber bedeutet das: Du finanzierst mit deiner Kurtaxe direkt die Infrastruktur, die du vor Ort genießt.
ETIAS für die Toskana: Entwarnung für 2026, aber Vorausplanung lohnt sich
Neben der Touristensteuer sorgt auch das geplante europäische Einreisesystem ETIAS (European Travel Information and Authorization System) immer wieder für Verunsicherung. Die gute Nachricht für alle, die noch 2026 in die Toskana reisen: ETIAS wird 2026 nicht mehr starten – die EU hat ihr Q4-2026-Ziel im Juli still und leise gestrichen. 2027 ist jetzt der wahrscheinlichste Starttermin.
Die offizielle ETIAS-Seite der EU wurde im Juli 2026 aktualisiert und enthält nun keinen Hinweis mehr auf das ursprünglich geplante Startfenster im vierten Quartal 2026. Sie stellt nur noch fest, dass ETIAS derzeit nicht in Betrieb ist und keine Anträge entgegengenommen werden. Ein neues Startdatum wurde bislang nicht veröffentlicht.
Was steckt hinter dieser erneuten Verschiebung? Laut Berichten der Financial Times vom Juli 2026 kam die zuständige EU-Agentur eu-LISA intern zu dem Schluss, dass ein Start 2026 nicht mehr realisierbar sei. EU-Innenkommissar Magnus Brunner räumte die Situation in einem Brief an Luftfahrtmanager ein und verwies auf unzureichende nationale Infrastruktur und Personalengpässe an einigen Grenzübergängen.
Wichtig zu wissen: Deutsche Reisende brauchen für Reisen innerhalb Europas auch künftig kein ETIAS – ein Missverständnis, das sich hartnäckig hält, weil die Abkürzung dem amerikanischen ESTA so ähnlich klingt. ETIAS betrifft ausschließlich Drittstaatsangehörige aus visumbefreiten Ländern – also zum Beispiel Reisende aus den USA, Großbritannien, Kanada oder Australien.
Wenn ETIAS irgendwann startet, gilt: Die Regeln werden nicht von einem Tag auf den anderen verbindlich. Wenn ETIAS startet, ist eine sechsmonatige Übergangsphase geplant, in der Reisende zwar über ein ETIAS verfügen sollten, aber nicht abgewiesen werden, sofern sie alle anderen Einreisevoraussetzungen erfüllen. Die Übergangsfrist endet voraussichtlich etwa April 2027, wenn ETIAS zur obligatorischen Boarding-Voraussetzung wird.
Was für alle Reisenden – unabhängig von ETIAS – bereits seit April 2026 gilt, ist das Entry-Exit-System (EES): Das EES ist seit April 2026 live – an Flughäfen wie Fiumicino, Malpensa und Venedig sowie an Kreuzfahrthäfen werden Reisende mit biometrischen Daten erfasst.
Warum reisen trotzdem so viele in die Toskana?
Höhere Steuern, strengere Einreiseregeln – und dennoch boomt der Italientourismus wie nie zuvor. Ein Paradox, das selbst Tourismusexperten verblüfft: Während Italien mit Airbnb-Verboten in Florenz, Eintrittsgebühren in Venedig und Touristensteuern von bis zu zwölf Euro pro Nacht gegen den Overtourism ankämpft, stürmen 2026 mehr Urlauber ins Land als je zuvor. Die Toskana zieht dabei mit ihrer einzigartigen Kombination aus Kultur, Küche, Natur und Strand besonders viele Urlauber an – von Florenz über Siena bis zu den Stränden der Maremma und dem Thermalbad Saturnia.
Für Pauschalreisen in die Toskana bedeutet das: Frühzeitig buchen lohnt sich, damit du die besten Angebote und Resorts sicherst – und die Kurtaxe als fester Budgetposten einplanen.
Praktische Tipps für deinen Toskana-Urlaub 2026
- Kurtaxe als Barzahlung einplanen: Halte bei der Ankunft im Hotel Bargeld bereit. Viele Unterkünfte in der Toskana akzeptieren die Kurtaxe nur in bar.
- Budget realistisch kalkulieren: Bei zwei Personen, sieben Nächten in einem Vier-Sterne-Hotel in Florenz können bis zu 168 Euro Zusatzkosten anfallen – diese sind in keiner Online-Buchung inklusive.
- All-Inclusive ≠ Kurtaxe inklusive: Selbst bei einem All-Inclusive-Paket in einem Last-Minute-Resort an der Toskana-Küste fällt die Touristensteuer extra an.
- Kleinere Orte wählen: Wer die Kurtaxe niedrig halten möchte, übernachtet in kleinen Gemeinden statt in Florenz – dort greift der niedrigere Deckel von maximal 7 Euro pro Nacht.
- ETIAS 2026 ignorieren: Deutsche Staatsangehörige brauchen für die Toskana kein ETIAS – weder 2026 noch danach. Reisende aus Nicht-EU-Ländern sollten den offiziellen EU-Status unter travel-europe.europa.eu im Blick behalten.
- EES einkalkulieren: Nicht-EU-Bürger werden seit April 2026 an allen Schengen-Grenzen biometrisch erfasst – mehr Wartezeit an der Passkontrolle möglich.
- Kurzzeitmieten prüfen: Wer über Airbnb oder ähnliche Plattformen bucht, zahlt seit 2026 höhere Steuersätze. Ein klassisches Hotelzimmer oder ein Pauschalreise-Angebot kann günstiger kommen.
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Häufige Fragen zur Toskana 2026: Touristensteuer & Einreise
Wie hoch ist die Touristensteuer in Florenz 2026?
In Florenz kann die imposta di soggiorno je nach Unterkunftskategorie bis zu 12 Euro pro Person und Nacht betragen. Für normale Unterkünfte in der Einstiegskategorie ist der Betrag niedriger. Die genaue Höhe erfährst du direkt bei deiner Unterkunft.
Gilt die Touristensteuer auch für All-Inclusive-Urlaub in der Toskana?
Ja, ohne Ausnahme. Die imposta di soggiorno fällt unabhängig vom gebuchten Verpflegungspaket an – also auch bei All-Inclusive, Halbpension oder Vollpension. Sie ist eine gesetzlich verankerte kommunale Abgabe, die zusätzlich zum Unterkunftspreis gezahlt werden muss.
Brauche ich als Deutscher 2026 ein ETIAS für die Toskana?
Nein. ETIAS betrifft ausschließlich Drittstaatsangehörige aus visumbefreiten Ländern außerhalb der EU, wie zum Beispiel US-amerikanische, britische oder kanadische Reisende. Deutsche Staatsbürger reisen weiterhin ohne zusätzliche Genehmigung in alle EU/Schengen-Länder ein.
Wann startet ETIAS für Nicht-EU-Bürger?
Das ursprünglich für Q4 2026 geplante ETIAS-System ist erneut verschoben worden. Die EU hat den Starttermin im Juli 2026 still gestrichen. Der wahrscheinlichste neue Starttermin ist 2027, ein konkretes Datum steht noch nicht fest. Aktuelle Infos gibt es auf der offiziellen EU-Seite travel-europe.europa.eu.
Was gilt für den Last-Minute-Urlaub in der Toskana – gibt es Ausnahmen bei der Kurtaxe?
Nein. Ob du frühzeitig oder last minute buchst, ändert an der Touristensteuer nichts. Die Abgabe wird immer vor Ort fällig und ist unabhängig vom Buchungszeitraum. Plane sie deshalb als festen Zusatzposten in dein Reisebudget ein.
Wo zahle ich die Touristensteuer und in welcher Form?
Du zahlst die imposta di soggiorno direkt bei der Unterkunft – in der Regel beim Check-in oder Check-out. Viele Hotels und Resorts in der Toskana akzeptieren diese Abgabe nur in bar. Dein Hotel ist gesetzlich verpflichtet, die Steuer einzuziehen und an die Gemeinde abzuführen.
