Tunesien 2025/2026: Reisepass Pflicht, neue Bettensteuer & Tipps für Familien
Montag, 22. Juni 2026
Wer im Sommer 2026 mit der Familie nach Tunesien fliegt, sollte die Reisedokumente jetzt schon gründlich prüfen: Seit dem 1. Januar 2025 ist die Einreise in das beliebte nordafrikanische Urlaubsland ausschließlich mit einem gültigen Reisepass möglich – der Personalausweis wird nicht mehr akzeptiert. Das gilt für alle Familienmitglieder, auch für Kleinkinder. Dazu kommen eine erhöhte Bettensteuer und eine gestiegene CO₂-Abgabe, über die Familien beim Budgetplanen Bescheid wissen sollten.
Kein Personalausweis mehr erlaubt: Was sich bei der Einreise geändert hat
Die wichtigste Neuerung für alle Tunesien-Urlauber aus Deutschland: Einreisen mit dem deutschen Personalausweis sind seit dem 1. Januar 2025 nicht mehr möglich. Damit ist eine jahrzehntelange Ausnahmeregelung Geschichte. Bisher reichte EU-Bürgern für die Einreise nach Tunesien der Personalausweis – diese Ausnahmeregelung bestand seit den 1970er Jahren ausschließlich für Pauschalreisende.
Für einen touristischen Aufenthalt bis zu 4 Monaten ist ein Reisepass, vorläufiger Reisepass oder Kinderreisepass erforderlich; alle Dokumente müssen bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein. Das Auswärtige Amt bestätigt diese Regelung in seinen aktuell gültigen Reise- und Sicherheitshinweisen, die zuletzt am 2. Juni 2026 aktualisiert wurden.
Bei Einreise ohne Buchungsbestätigung einer Pauschalreise mit regulärem Reisepass können tunesische Grenzbeamte Nachweise über ausreichende finanzielle Mittel zur Deckung der Reise- und Lebenshaltungskosten der Reisenden erfragen. Wer also individuell und ohne Reiseveranstalter anreist, sollte Kontoauszüge oder Kreditkarte griffbereit haben.
Einen vorläufigen Reisepass akzeptiert Tunesien unter Auflagen: Einreisen mit einem gültigen deutschen vorläufigen Reisepass nach Tunesien sind nach Mitteilung der tunesischen Behörden nur möglich, wenn ein Hin- und Rückflugticket und ausreichende finanzielle Mittel zur Deckung der Reise- und Lebenshaltungskosten nachgewiesen werden können.
Nach der Einreise erhalten Reisende an manchen Flughäfen ein wichtiges Dokument: Der von den tunesischen Grenzbehörden an manchen Flughäfen ausgegebene Einreisenachweis „Carte de visiteur non-résident“ muss aufbewahrt und bei Wiederausreise vorgelegt werden. Geht diese Karte verloren, kann das bei der Ausreise zu Verzögerungen führen – also unbedingt sicher verwahren!
Wichtig für Familien: Kinderreisepass, Vollmacht und Sonderregeln für Minderjährige
Für Familien gelten besondere Regeln, die im Voraus geklärt werden müssen. Die Einreise nach Tunesien ist seit dem 01.01.2025 nur noch mit dem Reisepass möglich. Dieser muss mindestens noch 6 Monate gültig sein. Das gilt auch für Kinder. Eltern, die ihren Nachwuchs noch gar nicht im Besitz eines eigenen Ausweisdokuments glauben: Jetzt handeln! Kinderreisepässe sind weiter gültig, müssen aber ebenfalls noch mindestens sechs Monate Gültigkeit aufweisen.
Reist ein Kind nicht mit beiden Elternteilen, wird es noch bürokratischer: Minderjährige müssen für die Einreise eine beglaubigte Vollmacht des Erziehungsberechtigten beiführen, sofern diese nicht mitreisen. Diese beglaubigte Vollmacht sollte rechtzeitig vor der Reise beim Einwohnermeldeamt oder Notar beschafft werden – erfahrungsgemäß können die Wartezeiten in der Ferienzeit lang sein.
Auch für Doppelstaater lohnt ein genauer Blick: Von Reisenden, die neben der deutschen auch die tunesische Staatsangehörigkeit besitzen, verlangen die tunesischen Behörden, dass sie sich mit einem tunesischen Reisepass ausweisen können. Deutsch-tunesische Doppelstaater werden entsprechend der internationalen Praxis in Tunesien ausschließlich als Tunesier behandelt und unterliegen uneingeschränkt den tunesischen Gesetzen. Das gilt dann auch für mitreisende Kinder.
Bettensteuer 2025/2026: Was Familien pro Nacht zusätzlich zahlen
Neben der Reisepass-Pflicht trat zum gleichen Zeitpunkt eine deutlich erhöhte Übernachtungssteuer in Kraft. Ab dem 1. Januar 2025 gilt eine neue Gebührenordnung für die Hotelkurtaxe. Reisende, die in einem Vier- oder Fünf-Sterne-Hotel übernachten, zahlen zwölf Dinar oder umgerechnet 3,60 Euro pro Nacht als Steuer. Für die Übernachtung in einem Drei-Sterne-Hotel werden acht Dinar oder 2,40 Euro fällig. Für alle anderen Kategorien wie Ferienwohnungen beträgt die Steuer vier Dinar oder 1,20 Euro.
Im Vergleich zur alten Regelung ist das eine Vervierfachung: Die Bettensteuer in Tunesien wurde für 2-Sterne-Hotels von einem Dinar auf vier Dinar angehoben. Reisende in 3-Sterne-Hotels zahlen statt zwei Dinar künftig acht Dinar. In 4- und 5-Sterne-Hotels vervierfachte sich die Touristenabgabe von drei auf zwölf Dinar.
Für Familien gibt es eine erfreuliche Ausnahme: Die Preise gelten pro Person und Nacht, die Steuer ist auf 15 Tage begrenzt. Kinder unter zwölf Jahren sind von der Bettensteuer befreit. Eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern unter zwölf Jahren zahlt also nur die Bettensteuer für die beiden Erwachsenen. Bei einer typischen Woche im 4-Sterne-Hotel sind das maximal 7 Nächte × 2 Personen × 3,60 Euro = 50,40 Euro – überschaubar, aber einzuplanen.
Auch Reisende aus den Maghreb-Ländern sind von der Erhöhung ausgenommen – für Deutsche und andere EU-Bürger gilt sie jedoch vollumfänglich.
CO₂-Steuer: Auch der Flug wird teurer
Neben der Bettensteuer wurde gleichzeitig die sogenannte CO₂-Steuer auf Flug- und Schiffsreisen angehoben. Reisende, die von oder nach Tunesien fliegen oder mit dem Schiff fahren, zahlen eine CO₂-Steuer. Die Steuer pro Ticket in der Economy-Klasse stieg von 20 auf 40 Dinar, was etwa zwölf Euro entspricht. In der First- und Business Class steigt die CO₂-Abgabe auf 60 Dinar oder 18 Euro. Für eine vierköpfige Familie fallen so bei Hin- und Rückflug in der Economy-Klasse insgesamt rund 96 Euro CO₂-Steuer an – ein Betrag, der im Gesamtbudget einkalkuliert werden sollte.
Wie sicher ist Tunesien für Familien 2026?
Eine häufige Frage vor der Buchung: Für Tunesien besteht keine generelle Reisewarnung. Es gibt lediglich Teilwarnungen für einzelne Grenzregionen in der Wüste, die für Touristen ohnehin nicht relevant sind.
Die touristischen Regionen – insbesondere Djerba, Hammamet und Südtunesien – sind aktuell ruhig und uneingeschränkt bereisbar. Das österreichische Außenministerium stuft die bekannten Urlaubsorte auf Sicherheitsstufe 2 ein: Sicherheitsrisiko Sicherheitsstufe 2 (von 4) gilt in der Hauptstadt Tunis und den Touristengegenden Hammamet, Sousse, Djerba, Monastir und Mahdia.
Insgesamt hat sich die Sicherheitslage stabilisiert. Die tunesischen Sicherheitskräfte verstärken ihre Präsenz saisonbedingt in den Touristengebieten. Das tunesische Innenministerium hat mobile Sicherheitsposten eingerichtet, die in den Sommermonaten an touristischen Anlaufpunkten, Stränden und öffentlichen Plätzen im Einsatz sind.
Trotzdem gilt für alle Reisen: Einreise- und Zollbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Ein Blick auf die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts kurz vor Abreise ist daher immer ratsam.
Tunesien bleibt günstig – trotz aller Änderungen
Trotz der gestiegenen Abgaben bleibt Tunesien eines der preiswertesten Pauschalreiseziele überhaupt. Eine Auswertung von CHECK24 hat ergeben, dass ein Pauschalurlaub in Tunesien im Vergleich der zehn meistgebuchten Reisen das günstigste Reiseziel ist. Pro Person und Tag zahlen Reisende dort durchschnittlich nur 85 Euro für einen Pauschalurlaub. Im Vergleich zu beispielsweise Spanien, wo der durchschnittliche Preis pro Person und Tag 126 Euro beträgt, ist Tunesien durchschnittlich 41 Euro günstiger. Für Familien mit Kindern, die auf der Suche nach einem Pauschalurlaub nach Tunesien sind, bleibt das Preis-Leistungs-Verhältnis also nach wie vor hervorragend.
Checkliste für den Familienurlaub in Tunesien 2026
- Reisepässe für alle prüfen: Alle Familienmitglieder – auch Kleinkinder – brauchen einen eigenen Reisepass oder Kinderreisepass mit mindestens 6 Monaten Restgültigkeit ab Einreisedatum.
- Frühzeitig beantragen: Die Bearbeitungszeit für Reisepässe kann mehrere Wochen dauern, besonders in der Hochsaison vor den Sommerferien.
- Vollmacht bei Alleinreise eines Elternteils: Reist nur ein Elternteil mit den Kindern, ist eine beglaubigte Vollmacht des anderen Elternteils Pflicht.
- Bettensteuer einplanen: Die Steuer ist vor Ort in tunesischen Dinar zu zahlen (bis zu 12 TND/Person/Nacht im 4-5-Sterne-Hotel, max. 15 Nächte). Kinder unter 12 Jahren sind befreit.
- CO₂-Steuer berücksichtigen: Ca. 12 Euro pro Person für Flüge in der Economy-Klasse, zahlbar in der Regel über den Flugpreis.
- Carte de visiteur aufbewahren: Das Einreisedokument, das an manchen Flughäfen ausgestellt wird, muss bis zur Ausreise aufbewahrt werden.
- Finanznachweis bei Individualreise: Ohne Pauschalreise-Buchungsbestätigung können Grenzbeamte einen Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel verlangen.
- Doppelstaater aufgepasst: Wer neben dem deutschen auch den tunesischen Pass besitzt, wird in Tunesien als Tunesier behandelt – und das gilt auch für Kinder.
- Aktuelles prüfen: Immer kurz vor Reiseantritt die Hinweise des Auswärtigen Amts checken.
Pauschalreise oder Individualreise nach Tunesien?
Für Familien ist die Pauschalreise nach Tunesien oft der stressfreiere Weg: Alles ist inklusive, und der Veranstalter kümmert sich um Transfers und Unterkünfte. Wer spontan buchen möchte, findet auf unserer Tunesien-Lastminute-Seite regelmäßig interessante Angebote. Besonders beliebt für Familien sind dabei die Insel Djerba und die Küstenorte rund um Hammamet und Sousse.
Für die Planung eines Familienurlaubs in Tunesien lohnt es sich, frühzeitig zu buchen – sowohl wegen der Reisepässe als auch wegen der Verfügbarkeit familienfreundlicher Hotels in Tunesien. All-Inclusive-Anlagen bieten für Eltern mit Kindern das größte Komfort-Plus: Neben Pool und Strand ist für die Kleinen gesorgt, und die Bettensteuer ist bei manchen Veranstaltern bereits im Pauschalpreis eingerechnet.
Passende Angebote: Stöbern durch Pauschalreisen nach Tunesien, sichere dir ein Lastminute-Schnäppchen oder entdecke die Ferieninsel Djerba – mehr Infos auf unserer Reisezielseite Tunesien.
Häufige Fragen zum Familienurlaub in Tunesien 2026
Brauchen Kinder für Tunesien einen eigenen Reisepass?
Ja. Seit dem 1. Januar 2025 ist die Einreise nach Tunesien für alle Personen – also auch für Babys und Kleinkinder – nur noch mit einem eigenen Reisepass oder Kinderreisepass möglich. Das Dokument muss bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Ein Eintrag im Reisepass der Eltern genügt nicht mehr.
Kann ich mit dem Personalausweis nach Tunesien reisen?
Nein. Seit dem 1. Januar 2025 akzeptiert Tunesien bei der Einreise keinen deutschen Personalausweis mehr – weder für Pauschalreisende noch für Individualreisende. Gültig sind nur noch Reisepässe, vorläufige Reisepässe und Kinderreisepässe, jeweils mit einer Restgültigkeit von mindestens sechs Monaten ab Einreisedatum.
Wie hoch ist die Bettensteuer in Tunesien 2026?
Die Bettensteuer (Hotelkurtaxe) beträgt seit 2025 pro Person und Nacht: 12 Tunesische Dinar (ca. 3,50–3,60 €) in 4- und 5-Sterne-Hotels, 8 Dinar (ca. 2,35–2,40 €) in 3-Sterne-Hotels und 4 Dinar (ca. 1,17–1,20 €) in 1-2-Sterne-Hotels und Ferienwohnungen. Die Steuer ist auf maximal 15 Nächte begrenzt. Kinder unter 12 Jahren sind befreit.
Brauche ich für Tunesien ein Visum?
Nein. Deutsche Staatsangehörige können für touristische, private oder geschäftliche Zwecke visumfrei nach Tunesien einreisen. Ein Visum ist für Aufenthalte bis zu 120 Tagen nicht erforderlich. Wer länger bleibt, zahlt eine Strafgebühr von 20 Tunesischen Dinar pro fünf Tage Überschreitung.
Ist Tunesien 2026 sicher für Familien?
Für die touristischen Regionen wie Djerba, Hammamet, Sousse und Monastir besteht keine Reisewarnung. Das Auswärtige Amt und das österreichische Außenministerium stufen diese Gebiete als eingeschränkt sicher ein (Sicherheitsstufe 2 von 4). Grenzregionen zu Algerien und Libyen sowie Teile der Sahara sollten gemieden werden. Generell sind die bekannten Touristengebiete gut gesichert, und die tunesische Polizei ist in der Sommersaison verstärkt präsent.
Welche Dokumente brauche ich, wenn ich als Alleinerziehende/r mit meinen Kindern nach Tunesien fliege?
Wenn nur ein Elternteil mit dem Kind reist, benötigen Minderjährige eine beglaubigte Vollmacht des nicht mitreisenden Erziehungsberechtigten. Diese Vollmacht sollte rechtzeitig vor der Reise beim Einwohnermeldeamt oder Notar beglaubigt werden. Zusätzlich braucht jedes Kind einen eigenen gültigen Reisepass oder Kinderreisepass.
Was ist die „Carte de visiteur“ und wozu brauche ich sie?
Die „Carte de visiteur non-résident“ ist ein Einreisenachweis, den tunesische Grenzbehörden an manchen Flughäfen ausstellen. Sie belegt die genehmigte Aufenthaltsdauer. Dieses Dokument muss unbedingt sicher aufbewahrt und bei der Ausreise wieder vorgelegt werden. Geht sie verloren, kann das zu Verzögerungen oder Problemen beim Verlassen des Landes führen.