USA 2026: ESTA kostet doppelt so viel, Social-Media-Pflicht & Hawaii-Touristensteuer – was StrandUrlauber jetzt wissen müssen
Mittwoch, 24. Juni 2026
Wer 2026 in die USA fliegt, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor einem Jahr. Die ESTA-Gebühr hat sich nahezu verdoppelt, eine Social-Media-Offenlegungspflicht steht vor der Tür – und Strandurlauber auf Hawaii zahlen seit Jahresbeginn eine höhere Hotelsteuer. Wir fassen alle aktuellen Änderungen kompakt zusammen, damit dein USA-Urlaub keine bösen Überraschungen bereithält.
ESTA-Gebühr verdoppelt: Was steckt dahinter?
Die wichtigste Neuerung für alle Deutschsprachigen, die in die USA reisen möchten: ESTA ist teurer geworden. Zum 30. September 2025 hat die US-amerikanische Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP (Customs and Border Protection) die Gebühr für das elektronische Reisegenehmigungssystem angehoben. Ab dem 30. September 2025 kostet die elektronische Reisegenehmigung ESTA nicht mehr 21, sondern 40 US-Dollar – also rund 34 Euro. Diese fast verdoppelte Gebühr gilt für alle, die im Rahmen des Visa Waiver Program ohne Visum in die USA einreisen möchten.
Rechtliche Grundlage für die Erhöhung ist ein neues US-Gesetz. Die Gebührenerhöhung ist Teil des neuen und umstrittenen Gesetzes mit dem Namen „One Big Beautiful Bill Act“, das US-Präsident Donald Trump Anfang Juli unterzeichnet hat. Nach Angaben der CBP setzt sich der neue Betrag künftig aus drei Teilen zusammen: 17 US-Dollar Reiseförderungsgebühr, 10 US-Dollar Bearbeitungsgebühr und einer zusätzlichen Abgabe von 13 US-Dollar für den Treasury General Fund.
Besonders für Familien schlägt das zu Buche. Auch Kinder und Jugendliche zahlen den vollen Betrag. Für Familien kann das schnell ins Geld gehen: Eine fünfköpfige Familie muss künftig rund 170 Euro allein für die Einreise aufbringen. Die Verteuerung der ESTA-Gebühr soll laut US-Regierung dazu dienen, den Tourismusfonds „Brand USA“ zu finanzieren und zugleich die digitale Sicherheitsinfrastruktur zu stärken. Paradoxerweise wird dieser Fonds gleichzeitig stark beschnitten: Zugleich kürzt der „One Big Beautiful Bill Act“ die Tourismuswerbung für die USA drastisch. Das Budget für „Brand USA“ sinkt von jährlich 100 Millionen auf nur noch 20 Millionen Dollar.
Für wen gilt ESTA – und was bleibt gleich?
Das visumfreie Einreiseprogramm der USA („Visa Waiver Program“) gilt für derzeit 40 Staaten, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Wer als Tourist oder Geschäftsreisender bis zu 90 Tage bleibt, kann ESTA nutzen. An der grundlegenden Funktionsweise ändert sich nichts: Die Zahlung erfolgt online über die offizielle Plattform esta.cbp.dhs.gov, die Genehmigung ist zwei Jahre lang gültig, sofern der Reisepass nicht vorher abläuft. Innerhalb dieser Zeit sind beliebig viele Aufenthalte von bis zu 90 Tagen erlaubt.
Wer bereits über eine gültige ESTA verfügt, muss keinen neuen Antrag stellen. Wenn du bereits eine gültige ESTA hast, musst du keinen neuen Antrag einreichen. Erst wenn die Gültigkeitsdauer abläuft und eine neue Beantragung erforderlich wird, fällt die neue Gebühr von 40,27 Dollar pro Antrag an.
Wichtig für die Antragstellung: Das ESTA sollte am besten sofort nach der Flugbuchung beantragt werden. Die US-Behörden empfehlen, den Antrag mindestens 72 Stunden vor Reiseantritt zu stellen. Außerdem gilt: Ohne genehmigte ESTA wird kein Boarding-Pass ausgestellt. Und Vorsicht bei Drittanbietern: Der Antrag sollte ausschließlich über offizielle Wege gestellt werden – entweder über die CBP-Website oder die offizielle ESTA-App für Android und iOS. Verbraucherschützer warnen ausdrücklich vor inoffiziellen Anbietern, die oft zusätzliche Gebühren verlangen.
Social Media im ESTA: Was plant die US-Regierung?
Neben der Gebührenerhöhung sorgt eine zweite Neuerung für Aufsehen: Die USA wollen die ESTA-Antragsdaten erheblich ausweiten. Wer künftig in die USA reisen möchte, muss sich auf verschärfte Einreise-Regelungen einstellen. Kern der neuen Vorgaben ist die Pflicht, Angaben zu Social-Media-Konten der vergangenen fünf Jahre zu machen. Betroffen sind unter anderem Profile auf Plattformen wie X, Facebook oder Instagram. Abgefragt werden in der Regel die verwendeten Benutzernamen. Passwörter müssen nicht angegeben werden.
Im Zentrum der beabsichtigten Reformen steht die Ausweitung der Informationen, die beim elektronischen Reisegenehmigungsverfahren ESTA angegeben werden müssen. Ein zentraler Bestandteil der Diskussion ist die mögliche Pflicht zur Angabe von Social-Media-Daten der letzten fünf Jahre sowie von detaillierteren Kontakt- und Familiendaten.
Darüber hinaus sind weitere Datenpflichten im Gespräch. Ähnlich wie bei Visa-Bewerbungen sollen Reisende zukünftig Angaben zu ihren Online-Aktivitäten der letzten fünf Jahre machen. Im Verdachtsfall ist geplant, dass US-Grenzbeamte Accounts auf Plattformen wie Instagram, Facebook oder TikTok einsehen und Postings analysieren dürfen, um darüber zu entscheiden, ob Reisenden die Einreise gewährt wird oder nicht.
Der genaue Zeitplan für das Inkrafttreten dieser Neuerungen ist noch offen. Das Wichtigste vorweg: Für Reisende ändert sich derzeit noch nichts. Mit 9. Februar 2026 ist die öffentliche Anfechtungsfrist der Änderungsvorschläge ausgelaufen und aktuell werden diese von den Behörden geprüft. Sobald die Prüfung abgeschlossen ist, folgt eine weitere Bekanntmachung im Federal Register, die anschließend vom Office of Management and Budget (OMB) geprüft wird. Ein Inkrafttreten der Änderungen wird daher frühestens in einigen Monaten erwartet.
Die deutschen Datenschutzbehörden schauen kritisch auf die Entwicklung. Ein Sprecher der Bundesdatenschutzbeauftragten Louisa Specht-Riemenschneider sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie habe die Anpassung des ESTA-Programms „besorgt zur Kenntnis genommen“. Bundesbürgerinnen und Bundesbürger müssten „für sich individuell sorgfältig abwägen, ob sie für die Einreise bereit sind, US-Behörden Daten in diesem Umfang zu geben“.
Hawaii: Höhere Hotelsteuer fürs Strandparadies
Wer seinen USA-Strandurlaub ausgerechnet auf Hawaii verbringen möchte, zahlt seit dem 1. Januar 2026 zusätzlich zur ESTA auch mehr für die Unterkunft. Ab 1. Januar 2026 ist es so weit: Konkret wird die bestehende Hotel- und Ferienwohnungssteuer (der sogenannte Transient Accommodations Tax, kurz TAT) von 9,25 auf 10 Prozent erhöht. Als of January 2026, travelers visiting the Hawaiian islands must pay a 10% tax on hotel stays and vacation rentals, which is 0.75% higher than the state’s former tourist tax.
Der Hintergrund: Hawaii kämpft mit massivem Overtourism und den Folgen des Klimawandels. Klimakrise und Massentourismus setzen dem Paradies immer stärker zu: Küstenerosion, Extremwetter und verheerende Waldbrände, wie 2023 auf Maui, haben dramatische Spuren hinterlassen. Die Idee dahinter ist simpel: Wer die atemberaubenden Landschaften Hawaiis genießt, soll auch zu deren Erhalt beitragen.
Eine zunächst geplante zusätzliche Steuer auf Kreuzfahrtpassagiere wurde vorerst gestoppt. Eine Entscheidung eines Bundesberufungsgerichts am Silvesterabend blockierte Hawaii daran, eine Touristensteuer gegen den Klimawandel auf Kreuzfahrtpassagiere durchzusetzen, eine Abgabe, die zu Beginn des Jahres 2026 in Kraft treten sollte. Die Cruise Lines International Association (CLIA) klagte gegen diese Gebühr und argumentierte, dass das neue Gesetz die US-Verfassung verletzt, indem es Kreuzfahrtschiffe für die Einfahrt in hawaiianische Häfen besteuere. Für Hotelgäste und Ferienwohnungsmieter gilt die erhöhte Abgabe hingegen bereits.
Biometrie und digitale Zollanmeldung: Noch mehr Neues
Neben Gebühren und Datenpflichten verschärfen die USA auch ihre technischen Einreiseprozesse. Die USA setzen zunehmend auf biometrische Verfahren bei der Einreise: Gesichtserkennung an vielen Flughäfen (z. B. New York JFK, Miami, Los Angeles). Automatischer Abgleich mit dem gespeicherten Passfoto. Das beschleunigt die Abfertigung, ersetzt aber nicht das Gespräch mit dem Grenzbeamten.
Einige Flughäfen (u. a. Atlanta, Dallas, Chicago) testen 2026 verstärkt die digitale Zollanmeldung per App. Papierformulare werden dadurch teilweise ersetzt. Wer die App nicht nutzt, kann weiterhin die klassische Einreiseerklärung ausfüllen.
Dazu kommt: Neu 2026 ist, dass manche Airlines den Nachweis der ESTA bereits beim Check-in fordern. Es lohnt sich also, die Genehmigung bereits deutlich vor dem Abflug parat zu haben – am besten direkt nach der Buchung des Fluges.
Was bedeutet das für WM-Reisende 2026?
Gerade in diesem Jahr ist das Thema besonders brisant: Die USA, Kanada und Mexiko richten 2026 gemeinsam die Fußball-Weltmeisterschaft aus. Das globale Ereignis soll Touristen aus aller Welt anziehen. US-Reiseunternehmen setzen auf die Veranstaltung, um sich von einem Rückgang des Tourismus seit Trumps Amtsantritt zu erholen.
Experten sehen die verschärfte Einreisepolitik mit Sorge. Das World Travel & Tourism Council (WTTC) errechnet in einem Hochszenario, dass die USA 2026 rund 4,7 Millionen weniger internationale Ankünfte aus ESTA-Ländern verzeichnen könnten – ein Rückgang von 23,7 Prozent gegenüber einem Szenario ohne diese Maßnahmen. Mehr noch: Die wirtschaftlichen Verluste könnten sich auf 21,5 Milliarden Dollar (mehr als 18 Milliarden Euro) im Reise- und Tourismus-BIP summieren.
Praxistipps für deinen USA-Urlaub 2026
Damit dein Strandurlaub in Florida, auf Hawaii oder an der US-Westküste reibungslos klappt, haben wir die wichtigsten Empfehlungen zusammengestellt. Buche deine Strandreise in die USA frühzeitig und plane die Einreiseformalitäten von Anfang an mit ein:
- ESTA rechtzeitig beantragen: Am besten sofort nach der Flugbuchung – mindestens 72 Stunden vor Abflug, besser schon Wochen vorher.
- Nur offizielle Seite nutzen: Beantrage ESTA ausschließlich unter esta.cbp.dhs.gov – Drittanbieter erheben oft saftige Aufschläge.
- 40 Dollar pro Person einplanen: Auch für Kinder und Babys fällt der volle Betrag an – eine Familienreise wird damit spürbar teurer.
- Reisepass prüfen: Er muss während des gesamten Aufenthalts gültig sein und exakt mit den ESTA-Angaben übereinstimmen – schon kleine Abweichungen können zur Ablehnung führen.
- Hawaii-Hotelsteuer einkalkulieren: Seit 1. Januar 2026 gilt auf allen Inseln eine Übernachtungssteuer von 10 Prozent auf den Zimmerpreis.
- Social Media im Blick behalten: Die endgültige Pflicht zur Angabe von Social-Media-Accounts ist noch nicht in Kraft – verfolge die Entwicklung vor deiner Abreise und gib im Zweifelsfall vollständige und korrekte Angaben an.
- Ausreichend Zeit für Immigration einplanen: Biometrische Kontrollen und mögliche Secondary Inspection können die Einreise verlängern – zu knappe Anschlussflüge vermeiden.
- Reiseversicherung abschließen: Wegen der extrem hohen Behandlungskosten im US-Gesundheitssystem ist eine umfassende Auslandskrankenversicherung unverzichtbar.
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Häufige Fragen zu USA-Einreise & Strandurlaub 2026
Was kostet ESTA für die USA im Jahr 2026?
Seit dem 30. September 2025 kostet eine ESTA-Genehmigung 40 US-Dollar pro Person (rund 34–36 Euro). Die Gebühr gilt für alle Reisenden aus Ländern des Visa Waiver Programs, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz – unabhängig vom Alter. Die ESTA ist nach Bewilligung zwei Jahre lang gültig und erlaubt beliebig viele Aufenthalte bis zu je 90 Tagen.
Muss ich für ESTA 2026 meine Social-Media-Accounts angeben?
Die verpflichtende Angabe von Social-Media-Profilen der letzten fünf Jahre ist noch nicht in Kraft getreten. Nach dem Ende der öffentlichen Kommentierungsphase im Februar 2026 prüfen die US-Behörden die eingegangenen Stellungnahmen. Ein genaues Datum für das Inkrafttreten steht noch aus – Reisende sollten die Entwicklung aber aufmerksam verfolgen. Derzeit wird bereits optional nach Social-Media-Handles gefragt.
Wie viel Touristensteuer zahle ich auf Hawaii 2026?
Seit dem 1. Januar 2026 gilt auf Hawaii eine Übernachtungssteuer (Transient Accommodations Tax, TAT) von 10 Prozent auf alle Hotel- und Ferienwohnungsübernachtungen. Das ist ein Anstieg um 0,75 Prozentpunkte gegenüber dem vorherigen Satz von 9,25 Prozent. Eine zusätzliche Steuer auf Kreuzfahrtpassagiere wurde gerichtlich vorläufig gestoppt.
Brauche ich als Kind ebenfalls eine ESTA?
Ja. Jede Person, die visumfrei in die USA einreist – egal welchen Alters –, benötigt eine eigene ESTA-Genehmigung. Das gilt auch für Säuglinge und Kleinkinder. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren entfällt keine Ermäßigung; auch sie zahlen die vollen 40 US-Dollar.
Was passiert, wenn meine ESTA abgelehnt wird?
Wird dein ESTA-Antrag abgelehnt, fällt nur die Bearbeitungsgebühr an. Du musst dann ein reguläres US-Visum beantragen. Bei einer Ablehnung ist es wichtig, umgehend Kontakt zur zuständigen US-Botschaft oder dem US-Konsulat aufzunehmen, um die Möglichkeiten eines Visaantrags zu besprechen. Die Einreise ohne gültige ESTA oder Visum ist nicht möglich.
Wo beantrage ich das ESTA für die USA offiziell?
Der einzig offizielle Weg ist die Website der US-amerikanischen Zoll- und Grenzschutzbehörde unter esta.cbp.dhs.gov sowie die offizielle ESTA-App (für iOS und Android). Drittanbieter-Websites, die ESTA-Anträge gegen Aufpreis einreichen, sind zwar legal, aber unnötig teuer. Es wird ausdrücklich empfohlen, ausschließlich den offiziellen Kanal zu nutzen.