Venedig 2027: Tagesbesucher-Gebühr an 72 Tagen – und Italiens Touristensteuern steigen überall
Samstag, 17. Oktober 2026
Frische Nachricht aus der Lagunenstadt: Am 15. Oktober 2026 hat die Stadtverwaltung Venedigs offiziell beschlossen, die Tagesbesucher-Gebühr 2027 auf 72 Tage auszuweiten – zwölf mehr als in diesem Jahr. Gleichzeitig steigen Italiens kommunale Touristensteuern flächendeckend auf Rekordniveau. Wer eine Pauschalreise nach Rom, Mailand, Florenz oder Venedig plant, muss sein Budget neu rechnen.

Was genau hat sich geändert, wann gilt die Gebühr und wie viel kostet dich ein Italien-Urlaub wirklich? Wir haben alle aktuellen Zahlen zusammengestellt – damit dich an der Rezeption nichts überrascht.
Venedig macht ernst: 72 kostenpflichtige Tage ab 2027
Venedig erhebt ab kommendem Jahr an 72 Tagen eine Eintrittsgebühr für Tagesbesucher – im laufenden Jahr 2026 wurde die Abgabe von März bis Juli an 60 Tagen erhoben. Die Ausweitung ist ein klares Signal: Die Lagunenstadt meint es ernst mit der Steuerung ihrer Besucherströme.
Die neue Regelung soll im kommenden Jahr vom Karfreitag, 26. März, bis zum 15. August gelten. Die Gebühr wird überwiegend an Wochenenden von Freitag bis Sonntag sowie an ausgewählten Feiertagen und Brückentagen fällig – außerdem wird die tägliche Erhebungszeit um eine halbe Stunde verlängert und gilt künftig von 8.30 bis 16.30 Uhr.
Die Höhe der Abgabe soll weiterhin maximal 10 Euro betragen. Wer also als Tagestourist ohne Hotelübernachtung nach Venedig möchte, zahlt an diesen Tagen Eintritt wie in einem Museum – buchst du früh genug online, kannst du laut Stadtverwaltung deutlich günstiger wegkommen.
Die Stadt hatte die Eintrittsgebühr 2024 zunächst an 29 Tagen eingeführt, 2025 wurde sie an 54 Tagen und 2026 an 60 Tagen erhoben. Mit dem Beschluss für 2027 wird das Modell im vierten Jahr in Folge fortgeführt.
Mehr als 650.000 Gäste haben in der aktuellen Saison die Gebühr gezahlt, was der Stadt laut Angaben mehr als fünf Millionen Euro Einnahmen eingebracht hat. Das System scheint zu funktionieren – jedenfalls aus Sicht der Stadtkasse.
Was steckt dahinter? Italiens neue Tourismusstrategie
Hinter den Erhöhungen steckt eine klare politische Strategie: Italien richtet seine Tourismusabgaben an anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Spanien und Portugal aus, um Menschenmassen zu steuern und nachhaltigen Tourismus zu finanzieren.
Um die Tourismuswelle optimal zu nutzen, hat die Regierung von Premierministerin Giorgia Meloni den Gemeinden die Erlaubnis zur Erhöhung der Kurtaxe erteilt – die Tourismussteuer könnte sogar auf alle 7.904 italienischen Gemeinden ausgedehnt werden, die sie anwenden wollen.
Laut den Analysen des Nationalen Observatoriums JFC erheben inzwischen 1.411 Gemeinden die Steuer und erzielen damit ein geschätztes Gesamtaufkommen von über 1,2 Milliarden Euro – ein neuer Rekord. Das würde sich beinahe verdoppeln gegenüber den 628 Millionen Euro, die 2021 eingenommen wurden.
Stadt für Stadt: Was du konkret zahlen musst
Die Touristensteuern – auf Italienisch imposta di soggiorno – sind in ganz Italien gestiegen. Hier die wichtigsten Ziele im Überblick für deine Pauschalreise nach Italien:
Mailand
Die Stadt Mailand hat zum 1. Januar 2026 eine beispiellose Maßnahme eingeführt: Die Übernachtungsabgabe für Besucher wurde deutlich erhöht – direkt verknüpft mit den Vorbereitungen für die Olympischen Winterspiele Milano–Cortina 2026. Mailand verlangt in Fünf-Sterne-Hotels seit dem 1. April 2026 sogar 12 Euro pro Nacht.
Vier- und Fünf-Sterne-Hotels wenden einen Tarif von bis zu 10 Euro pro Nacht an, Drei-Sterne-Häuser kommen auf 7,40 Euro, Zwei-Sterne-Betriebe auf 5 Euro. Einsterne-Hotels erheben 4 Euro pro Nacht. Bei Kurzzeitvermietungen wie Ferienapartments beträgt die Abgabe 9,50 Euro – in manchen Fällen fast so viel wie in Luxushotels. Außerdem zahlen Gäste in Outdoor-Unterkünften wie Hostels oder Campingplätzen 3 Euro pro Nacht.
Rom
In Rom beläuft sich die Touristensteuer auf etwa 4 bis 10 Euro pro Person und Nacht – gestaffelt nach Unterkunftskategorie, mit besonders hohen Sätzen für Vier- und Fünf-Sterne-Hotels. Rom wird voraussichtlich Italiens größter Einnahmesammler bei der Touristensteuer bleiben, mit prognostizierten rund 288 Millionen Euro.
Florenz
Die Kurtaxe in Italien erreicht 2026 neue Höchststände – normale Kommunen können sie auf bis zu 7 Euro pro Nacht anheben. In Städten mit bedeutendem kulturellem Erbe wie Florenz kann die Abgabe sogar bis zu 12 Euro pro Person und Nacht betragen. Für Florenz gelten laut aktueller Auswertung typisch 3 bis 8 Euro, je nach Unterkunftsklasse.
Venedig (Übernachtungsgäste)
Wer in Venedig übernachtet, zahlt zusätzlich zur Tagesbesucher-Gebühr die reguläre Kurtaxe – in der Regel 1 bis 5 Euro pro Nacht und Person. Die Tagesbesucher-Gebühr gilt nur für Gäste ohne Hotelreservierung in der Stadt.
Neapel und weitere Städte
In Neapel steigen die Sätze um 1 Euro auf bis zu 6 Euro pro Nacht. Auch Städte wie Turin, Catania, Perugia, Bolzano, Livorno, Trieste, Olbia und Lecce erhöhen ihre Kurtaxe. Dazu kommen kleinere Touristenziele wie Jesolo, Sanremo, Assisi, Alghero, Santa Margherita Ligure und Spoleto. Einige Gemeinden, darunter Minori bei Salerno, erheben die Steuer inzwischen ganzjährig.
Was das für deine Pauschalreise nach Italien bedeutet
Buchst du eine Pauschalreise nach Italien, ist die Touristensteuer in aller Regel nicht im Pauschalpreis enthalten – sie wird direkt an der Unterkunft bar oder per Karte kassiert. Das gilt auch für klassische All-Inclusive-Pakete und Hotel-Arrangements. Plane daher je nach Ziel und Unterkunftskategorie zusätzliche Kosten ein:
- Kurzer Städtetrip (2 Nächte, 2 Personen, 4-Sterne-Hotel in Mailand): ca. 40–50 Euro extra Kurtaxe
- Wochentrip (7 Nächte, 2 Personen, 3-Sterne in Rom): ca. 50–70 Euro extra
- Venedig-Tagesausflug ohne Übernachtung (2 Personen, Wochenende Mai–August 2027): bis zu 20 Euro Eintrittsgebühr
- Familienurlaub (4 Personen, 7 Nächte, 3-Sterne in Florenz): bis zu 200 Euro extra Kurtaxe
Für eine Städtereise nach Venedig empfiehlt es sich außerdem, die offiziellen kostenpflichtigen Tage für 2027 im Blick zu behalten und gegebenenfalls online vorzubuchen – das spart Geld und Schlange stehen.
Tipps: So planst du dein Budget richtig
Damit dich an der Hotelrezeption keine bösen Überraschungen erwarten, haben wir die wichtigsten Praxis-Tipps für deine Lastminute-Reise nach Italien zusammengestellt:
- Immer nachfragen: Vor der Buchung beim Anbieter oder Hotel explizit klären, ob die Kurtaxe im Preis enthalten ist oder separat anfällt.
- Bares bereithalten: Viele Unterkünfte verlangen die Kurtaxe nur bar – bring ausreichend Kleingeld mit.
- Venedig-Tage prüfen: Die kostenpflichtigen Tage 2027 werden auf der offiziellen Seite der Stadt veröffentlicht. Früh buchen lohnt sich, da günstigere Online-Tarife für die Tagesgebühr gelten.
- Unterkunftskategorie bewusst wählen: Je höher die Hotelkategorie, desto höher die Kurtaxe. Wer in Appartements oder B&Bs übernachtet, zahlt oft weniger.
- Kinder & Ausnahmen beachten: In den meisten Städten sind Kinder unter 10 oder 14 Jahren von der Kurtaxe befreit – Details variieren je nach Gemeinde.
- Reisegruppen kalkulieren: Bei Gruppenreisen addiert sich die Kurtaxe pro Person schnell zu einem erheblichen Betrag – immer in die Gesamtrechnung einbeziehen.
Wie geht es weiter? Ausblick auf 2027
Venedig verzeichnet mit seiner einzigartigen Tagesbesucher-Gebühr 2026 erstmals mehr als fünf Millionen Euro Einnahmen – und der neue Bürgermeister denkt bereits laut über eine drastische Erhöhung nach. In der Vergangenheit war zeitweise sogar von 30 Euro Eintritt die Rede.
Für den Rest Italiens gilt: Obwohl die Erhöhung keine Pflicht, sondern eine Option für die Gemeinden ist, legt der Druck auf kommunale Haushalte nahe, dass viele Städte die neuen Spielräume ausschöpfen werden. Plane also für alle kommenden Reisen nach Italien großzügig ein – die Kurtaxe dürfte weiter steigen.
Schau dir für deine nächste Reise die aktuellen Angebote für Städtereisen nach Rom oder Städtereisen nach Mailand an – und kalkuliere die Kurtaxe direkt mit ein.
Häufige Fragen zur Touristensteuer in Italien 2026/2027
Was ist die imposta di soggiorno und wer muss sie zahlen?
Die imposta di soggiorno ist Italiens kommunale Touristensteuer, die du pro Person und Nacht beim Hotel, B&B, Apartment oder Hostel bezahlst. Sie gilt für alle Übernachtungsgäste – unabhängig von der Nationalität. Ausgenommen sind in vielen Städten Kinder unter 10 oder 14 Jahren sowie Menschen mit Behinderung.
Ist die Touristensteuer im Pauschalpreis enthalten?
In aller Regel nicht. Die Kurtaxe wird direkt vor Ort an der Unterkunft erhoben und ist nicht Bestandteil des Pauschalpreises – auch nicht bei All-Inclusive-Buchungen. Frag vor der Buchung explizit nach oder prüfe die AGBs des Reiseveranstalters.
Wann muss ich in Venedig 2027 die Tagesbesucher-Gebühr zahlen?
Ab 2027 erhebt Venedig an insgesamt 72 Tagen eine Eintrittsgebühr für Tagesbesucher. Der Zeitraum erstreckt sich vom Karfreitag, 26. März, bis zum 15. August 2027. Betroffen sind überwiegend Wochenenden (Freitag bis Sonntag) sowie Feiertage und Brückentage. Die Gebühr gilt von 8.30 bis 16.30 Uhr und beträgt maximal 10 Euro. Übernachtungsgäste mit Hotelreservierung in Venedig sind ausgenommen.
In welchen Städten ist die Touristensteuer 2026 am höchsten?
Mailand führt aktuell mit bis zu 12 Euro pro Nacht in Fünf-Sterne-Hotels, gefolgt von Rom (bis zu 10 Euro) und Florenz (bis zu 8 Euro). In normalen Gemeinden liegt die Obergrenze bei 7 Euro, in Städten mit bedeutendem Kulturerbe bei bis zu 12 Euro pro Person und Nacht.
Wie lange muss ich die Kurtaxe in Italien zahlen?
Die meisten Städte erheben die Kurtaxe nur für eine begrenzte Anzahl von Nächten pro Aufenthalt – danach ist die Abgabe meist nicht mehr fällig. Die genaue Anzahl der Nächte variiert je nach Gemeinde. In Venedig zum Beispiel gilt eine bestimmte Maximalzahl an kostenpflichtigen Nächten pro Aufenthalt. Frag bei deiner Unterkunft nach oder prüfe die offiziellen Angaben der jeweiligen Stadt.
Gilt die Venedig-Tagesgebühr auch für Kreuzfahrtpassagiere?
Kreuzfahrtpassagiere, die Venedig nur als Tagesanlaufpunkt ansteuern, können ebenfalls gebührenpflichtig sein, sofern sie an einem der kostenpflichtigen Tage von Land aus in die Altstadt gelangen. Detailinformationen zu Ausnahmen findest du auf der offiziellen Webseite der Stadt Venedig (cda.ve.it).