Wegen Instagram: Pariser beantragen Eingangstor für ihre Straße

Freitag, 15. März 2019

Kuriose Meldungen gibt es tagtäglich unzählige aus der gesamten Welt. Auch diese hier liest sich zunächst etwas befremdlich – bis einem klar wird, wie stark sich die Anwohner belästigt fühlen müssen. Deshalb fordern sie nun ein Eingangstor für ihre Straße.

Rue Crémieux

Ein Blick in die Rue Crémieux.

Rue Crémieux nennt sie sich, die Straße, die in wunderschönen Farben erstrahlt und beinahe magisch wirkt. Eine Straße wie aus dem Bilderbuch. Das denken sich auch diverse Instagramer. In Scharen pilgern sie in die idyllische Straße im Herzen von Paris – auf der Jagd nach dem perfekten Selfie oder dem coolsten Foto für ihren Instagram-Blog. Selbst Videos wurden hier schon aufgezeichnet. Natürlich ohne Genehmigung.

Davon haben die Anwohner die Nase voll. Wer die malerische Anwohnerstraße in Zukunft sehen möchte, hat vielleicht Pech – und darf sich dafür bei den Bloggern, Instagramern und Filmern bedanken, die die Anwohner gegen sich aufgebracht haben. Denn diese Anwohner haben nun sogar den Bau eines Eingangstores beantragt, das die Straße – und ihre Privatsphäre – vor hemmungslosem Fotografieren und Filmen schützen soll.

Geregelter Verkehr in der Rue Crémieux

Die Rue Crémieux wurde bislang über 30.000 Mal in Instagram-Posts vertaggt. Das allein spricht schon für die enormen Zahlen von Besuchern, die das Sträßchen zu verkraften hat. Von Modeaufnahmen über Sonnenuntergänge bis hin zu Fotos, bei denen sich die Instagramer auf den Treppenstufen vor jeder Haustür fotografieren ließen, ist praktisch alles dabei.

Deshalb soll der Verkehr in den Stoßzeiten künftig reguliert werden, damit die Anwohner wieder ein wenig mehr ihr Privatleben genießen können und nicht jedes Mal, wenn sie die Tür öffnen, mit einem neuen fremden Gesicht konfrontiert werden, das das eigene Haus als Fotomotiv nutzt.