Zypern 2026: Green Fee, ETIAS & Schengen – drei Änderungen, die Pauschalreisende jetzt kennen müssen
Samstag, 31. Oktober 2026
Wer im Herbst oder Winter 2026 eine Pauschalreise nach Zypern bucht, stößt auf gleich drei Neuerungen auf einmal: eine inoffizielle Green Fee von 2,50 Euro pro Person und Nacht, die viele Hotels bereits einziehen, die bevorstehende ETIAS-Einreisegenehmigung für Nicht-EU-Bürger und einen historischen Fortschritt beim Schengen-Beitritt der Insel. Wer diese Änderungen kennt, vermeidet böse Überraschungen beim Check-in – und kann seinen Urlaub entspannter planen.
Die Green Fee: 2,50 Euro pro Nacht – aber nicht überall
Zypern befindet sich in einer ungewöhnlichen Lage: Ein formelles landesweites Touristensteuer-Gesetz hat die Insel bis heute noch nicht verabschiedet – die Situation hängt je nach Unterkunft völlig verschieden aus. Trotzdem ist die sogenannte Green Fee in der Praxis längst angekommen: Viele Hotels kassieren bereits eine Gebühr von 2,50 Euro pro Person und Nacht – entweder bereits im Zimmerpreis eingerechnet oder extra beim Check-in. Andere Häuser erheben die Abgabe überhaupt nicht, was bei Reisenden für Verwirrung sorgt.
Hintergrund ist eine Verknüpfung mit EU-Umweltmitteln: Die zyprische Regierung hatte im Rahmen ihres Wiederaufbau- und Resilienzplans grüne Abgaben in vier Bereichen zugesagt – unter anderem eine Übernachtungsgebühr für Hotels von 2,50 Euro pro Person und Nacht. Die Finanzminister bezeichneten die Übernachtungsgebühr zunächst als nicht verbindliche Maßnahme, räumten aber ein, dass sie bis Ende 2026 eingeführt werden soll.
Für Pauschalreisende bedeutet das konkret: Wer auf Nummer sicher gehen will und eine Pauschalreise nach Zypern bucht, sollte beim Reiseveranstalter konkret nachfragen, ob die Gebühr bereits im Gesamtpreis enthalten ist. Ist das nicht der Fall, fallen für eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern bei zehn Urlaubsnächten bis zu 100 Euro zusätzlich an – ein Betrag, der im Urlaubsbudget eingeplant sein will. Die 2,50 Euro werden pro Person und Nacht berechnet. Manche Hotels rechnen die Gebühr in den Unterkunftspreis ein, andere kassieren sie direkt beim Check-in.
Praxis-Tipps zur Green Fee
- Vor der Buchung beim Veranstalter oder Hotel schriftlich bestätigen lassen, ob die Green Fee im Preis enthalten ist.
- Bei Familien mit Kindern die Gesamtgebühr für alle Reisenächte vorab berechnen und als Zusatzposten einplanen.
- Wer direkt im Hotel zahlt, eine Quittung verlangen – die Gebühr ist keine freiwillige Trinkgeld-Zahlung.
- In Nikosia fällt die Gebühr bisher gar nicht an; wer also nur die Hauptstadt besucht, bleibt davon unberührt.
ETIAS: Bald Einreisegenehmigung für Nicht-EU-Bürger nötig
Eine zweite Neuerung betrifft vor allem Reisende aus Ländern außerhalb der Europäischen Union – etwa Briten, Amerikaner oder Schweizer, die gemeinsam mit deutschen Freunden oder Verwandten auf die Insel fliegen: Zypern gehört zu den rund 30 EU-Mitgliedstaaten, für die ab Ende 2026 eine ETIAS-Reisegenehmigung vorausgesetzt wird.
ETIAS (European Travel Information and Authorisation System) funktioniert ähnlich wie das US-amerikanische ESTA: Drittstaatsangehörige, die bislang ohne Visum in die EU einreisen durften, müssen künftig vor dem Abflug eine Online-Genehmigung beantragen. Diese ist kostenpflichtig, gilt für mehrere Reisen und soll in wenigen Minuten erteilt werden. Ein Standard-Schengen-Visum gewährt keine Einreise nach Zypern, da die Insel nicht zum Schengen-Raum gehört. Das ETIAS-System war bereits im April 2026 offiziell für Schengen-Länder live – Zypern wird es erst später einführen, da es noch kein Schengen-Mitglied ist.
Für deutsche Staatsbürger ändert sich beim ETIAS nichts: Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Zypern – einschließlich des Nordteils – kein Visum. Wer jedoch aus dem Nicht-EU-Ausland mitreist, sollte die ETIAS-Einführung im Blick behalten und rechtzeitig vor der Reise die entsprechende Seite der EU-Behörden prüfen.
Schengen-Beitritt: Die EU-Kommission gibt grünes Licht – der Rat entscheidet
Für alle Zypern-Urlauber – ob mit oder ohne Pauschalreise – ist die dritte Neuigkeit die wohl bedeutendste auf lange Sicht: Nach einer Überprüfung vor Ort im Dezember 2025 stellte die Europäische Kommission im Juli 2026 fest, dass Zypern technisch für den Schengen-Beitritt bereit sei.
Die Republik Zypern steht damit kurz vor der vollständigen Integration in den europäischen Schengen-Raum. Präsident Nikos Christodoulides hatte bereits im Februar 2026 das Ziel bekräftigt, noch in diesem Jahr die Grenzkontrollen zu den anderen Mitgliedsländern abzuschaffen. Trotzdem gilt: Über den endgültigen Beitritt entscheiden die Mitgliedstaaten im Rat. Die Bewertung hält die Kontrollen an der Grünen Linie, die die Insel seit dem Zypernkonflikt teilt, für wirksam, sieht aber noch praktische Fragen, die vor dem Beitritt zu klären sind – darunter die Frage, wie das Einreise-/Ausreisesystem an den Übergängen zum Norden arbeiten soll.
Zypern ist EU-Mitglied, aber noch kein Schengen-Mitglied. Das bedeutet: Bei der Einreise findet weiterhin eine Passkontrolle statt, und Aufenthaltstage auf Zypern zählen nicht in die Schengen-90/180-Tage-Rechnung – was Vielreisende gern strategisch nutzen. Im Juli 2026 hat die EU-Kommission Zyperns Schengen-Reife offiziell positiv bewertet; die Entscheidung liegt nun beim Rat, wo alle Schengen-Staaten einstimmig zustimmen müssen.
Bis zu einer Einigung ist für Pauschalreisende also weiterhin Folgendes zu beachten: Als EU-Bürger reist du visumfrei nach Zypern – es genügt ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Aufenthalte bis 90 Tage müssen nicht angemeldet werden. Die Republik Zypern ist EU-Mitglied, gehört aber (Stand Oktober 2026) noch nicht zum Schengen-Raum: Den Ausweis solltest du daher stets dabei haben.
Interessant für Langzeitreisende: Da die Zeit auf Zypern nicht zum Schengen-90/180-Tage-Limit zählt, können manche Reisenden die Insel als cleveren Zwischenstopp nutzen, um ihr Schengen-Kontingent zu schonen. Dieses Privileg würde mit einem vollständigen Schengen-Beitritt Zyperns entfallen.
Was bedeutet das konkret für Pauschalreisen nach Zypern?
Wer eine Pauschalreise nach Zypern bucht, muss aktuell mit einem kleinen zusätzlichen Budgetposten rechnen: Ob die Green Fee vom Veranstalter eingerechnet wurde oder direkt am Hotel anfällt, variiert je nach Anbieter und Hotel. Ein kurzer Check vor der Buchung reicht, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Für Urlaub in Larnaka oder Paphos – den beiden beliebtesten Urlaubsregionen der Insel – gelten diese Hinweise gleichermaßen.
Die gute Nachricht: Die grundlegenden Einreiseregeln für EU-Bürger bleiben unverändert einfach. Personalausweis mitnehmen, kein Visum, bis zu 90 Tage aufenthaltsgenehmigungsfrei. Und angesichts des Schengen-Fortschritts könnte Zypern schon bald noch leichter erreichbar sein – wer also Last-Minute-Angebote nach Zypern im Blick hat, darf gespannt bleiben.
Praxis-Checkliste für die Pauschalreise nach Zypern 2026
- Green Fee klären: Vor der Buchung beim Veranstalter nachfragen, ob die 2,50 €/Person/Nacht bereits enthalten sind.
- Ausweis einpacken: Zypern ist kein Schengen-Land – Personalausweis oder Reisepass ist Pflicht bei der Einreise.
- ETIAS für Mitreisende: Nicht-EU-Bürger (z. B. Briten, Schweizer) müssen die ETIAS-Einführung im Blick behalten.
- Schengen-Tage nicht verrechnen: Zypern-Aufenthalte zählen derzeit nicht zur 90/180-Tage-Schengen-Regel – nützlich für Vielreisende.
- Einreise nur über anerkannte Flug- und Seehäfen: Völkerrechtlich anerkannte Einreisepunkte sind Larnaka und Paphos.
- Währung: Im Süden wird mit Euro gezahlt – kein Umtausch nötig für EU-Reisende.
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Häufige Fragen zu Zypern & Einreise 2026
Muss ich bei einer Pauschalreise nach Zypern eine Touristensteuer zahlen?
Ein landesweites Touristensteuer-Gesetz existiert in Zypern noch nicht. Viele größere Hotels kassieren jedoch bereits eine Green Fee von 2,50 Euro pro Person und Nacht – entweder im Zimmerpreis eingerechnet oder beim Check-in. Frag deinen Pauschalreise-Anbieter vorab, ob die Gebühr bereits im Preis enthalten ist.
Gehört Zypern zum Schengen-Raum?
Nein – Stand Oktober 2026 noch nicht. Die EU-Kommission hat im Juli 2026 die technische Schengen-Reife Zyperns bestätigt, aber der Beitritt erfordert noch eine einstimmige politische Entscheidung aller Schengen-Mitgliedstaaten im Rat. Bis dahin finden bei Flügen nach Zypern weiterhin Ausweiskontrollen statt.
Brauche ich als Deutscher ein Visum für Zypern?
Nein. Als EU-Bürger reist du visumfrei nach Zypern ein. Ein gültiger Personalausweis oder Reisepass genügt für Aufenthalte bis zu 90 Tagen. Du musst dich für diesen Zeitraum auch nicht anmelden.
Was ist ETIAS und betrifft mich das als Deutscher?
ETIAS ist ein neues EU-Einreisegenehmigungssystem für Drittstaatsangehörige (z. B. Briten, Schweizer, Amerikaner), die bislang visumfrei in die EU reisen durften. Als deutscher Staatsbürger bist du davon nicht betroffen – du reist weiterhin frei nach Zypern ein. Für Mitreisende aus Nicht-EU-Ländern ist ETIAS jedoch ab Ende 2026 relevant.
Zählen meine Urlaubstage auf Zypern zu meinem Schengen-Kontingent?
Nein – solange Zypern nicht dem Schengen-Raum beigetreten ist, laufen die 90/180-Tage-Rechnung für Zypern und die Schengen-Zone getrennt. Ein Zypern-Aufenthalt zählt also nicht zur Schengen-Quote. Das ist vor allem für Vielreisende und digitale Nomaden interessant.
Welche Flughäfen darf ich für die Einreise nach Zypern nutzen?
Völkerrechtlich anerkannte Einreisepunkte in die Republik Zypern sind die internationalen Flughäfen Larnaka und Paphos sowie die Seehäfen der Republik. Eine direkte Einreise über den Norden der Insel via Türkei gilt als illegale Einreise auf zyprisches Staatsgebiet.